„Wiederholt werden ausschließlich italienische Interessen befriedigt“

Nach Ansicht Franks sei die Entscheidung ohne ausreichende öffentliche Diskussion zustande gekommen. Anstatt sich an den Grundsätzen von Gerechtigkeit und politischer Teilhabe zu orientieren, seien parteitaktische Überlegungen ausschlaggebend gewesen. Mit der neuen Einteilung werde das Unterland künftig dem mehrheitlich italienisch geprägten Bozner Senatswahlkreis zugeordnet und verliere dadurch politisches Gewicht.
Zur Untermauerung seiner Kritik verweist Frank auf historische Ereignisse. Bereits 1921 hätten die Unterlandler beim sogenannten „Volkstag in Neumarkt“ gegen die geplante Angliederung der elf Unterlander Gemeinden an den Wahlkreis Trient protestiert. Auch während der Faschismuszeit sei das Unterland 1927 der Provinz Trient zugeschlagen worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei diese Regelung zunächst beibehalten worden, ehe sie 1946 nach massiven Protesten der Bevölkerung wieder aufgehoben worden sei.
Südtirol-Autonomie nicht ausreichend genutzt
Vor diesem Hintergrund sieht Peter Frank in der aktuellen Wahlkreiseinteilung eine Wiederholung historischer Fehlentwicklungen. Die Südtirol-Autonomie werde seiner Ansicht nach nicht konsequent zum Schutz der deutschen und ladinischen Sprachgruppen genutzt, sondern diene zunehmend dazu, italienischen Interessen Rechnung zu tragen. Dies bezeichnet er als bedenkliche Entwicklung.
Ebenso scharf kritisiert Frank das Abstimmungsverhalten der Südtiroler Parlamentarier in Rom. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Südtiroler Vertretung die Wahlkreisreform nicht geschlossen abgelehnt habe. Statt eines entschlossenen Widerstands hätten parteipolitische Überlegungen überwogen. Frank sieht darin ein Zeichen dafür, dass eine konsequente Vertretung Südtiroler Interessen auf staatlicher Ebene zunehmend verloren gehe und fordert einen politischen Kurswechsel.






