von ih 15.07.2026 16:14 Uhr

Trockenheit belastet Südtirols Landwirtschaft

Die anhaltende Trockenheit setzt der Südtiroler Landwirtschaft zunehmend zu. Nach Einschätzung des SVP-Landtagsabgeordneten Franz Locher drohen vor allem in der Futterwirtschaft erhebliche Ernteausfälle, die sich in den kommenden Monaten deutlich bemerkbar machen könnten.

L.-Abg. Franz Locher von der SVP. - Foto: Südtiroler Volkspartei

Besonders betroffen seien Wiesen und Weiden ohne Bewässerungsmöglichkeit. Dort müsse mit stark verminderten Erträgen gerechnet werden. Laut Locher liegen die Ausfälle beim ersten Heuschnitt in manchen sonnenexponierten Gebieten bereits zwischen 60 und 80 Prozent. Auch für den zweiten Schnitt seien die Aussichten wegen der ausbleibenden Niederschläge im Juni und Juli wenig hoffnungsvoll.

Mit Sorge blickt der Abgeordnete zudem auf die Situation auf den Almen. Sollte die Trockenheit anhalten, könnten Futterreserven knapp werden und Viehtränken austrocknen. In diesem Fall wäre ein vorzeitiger Almabtrieb des Viehs nicht auszuschließen.

Die Folgen der schwachen Ernten würden sich insbesondere im Winter zeigen. Fehlendes Futter müsse zugekauft werden, was angesichts der Trockenheit in weiten Teilen Italiens schwierig und teuer werden dürfte. Locher rechnet deshalb mit deutlich steigenden Futtermittelpreisen.

Als besonders dramatisch bezeichnet der Politiker die Lage in der Poebene. Dort sei der Wasserstand des Po auf ein kritisches Niveau gesunken, wodurch Salzwasser weit ins Landesinnere eindringe und erhebliche Schäden in der Landwirtschaft verursache. Dies zeige, dass die Wasserknappheit längst nicht mehr nur ein regionales Problem sei.

Auch in Südtirol verschärfe sich die Situation. Mehrere Gemeinden hätten bereits zum Wassersparen aufgerufen, zudem liege der Füllstand der Stauseen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Locher fordert daher, die Entwicklung genau zu beobachten und die heimische Landwirtschaft angesichts der zunehmenden Herausforderungen gezielt zu unterstützen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite