Land Tirol bricht Kunst-Ankauf ab: Umstrittene Werke sorgen für Wirbel

Die Tiroler Landesmuseen hätten die Bemühungen um den Ankauf der Sammlung Weiermairs „ausgesetzt“, hieß es in einer der APA vorliegenden gemeinsamen Stellungnahme von Landesmuseen und Land. Bisher sei den Tiroler Landesmuseen nur ein kleiner Teil der Sammlung bekannt gewesen. Werke von Künstlerinnen und Künstlern der Moderne von Max Weiler über Heinrich Kühn bis Louise Bourgeois hätten Interesse geweckt.
„Die ursprünglichen Bemühungen, die gesamte Sammlung zu übernehmen, werden aufgrund der aktuellen Informationslage nicht mehr weiterverfolgt“, erklärten Landesmuseen und Land den nunmehrigen, durch Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle (ÖVP) gesetzten Schritt, auf den geplanten Kauf von 324 Werken für das Ferdinandeum zu verzichten. Auf die angeblich pornografischen Darstellungen bzw. Missbrauchsdarstellungen ging man nicht konkret ein.
Sammlung seit 2021 gesichtet
Bereits 2021 hatte Lukas Morscher, Direktor des Innsbrucker Stadtarchivs, im Auftrag von Christian Fuchshuber, dem Sachwalter Weiermairs, begonnen, die immense Sammlung zu sichten. Morscher habe dabei laut TT die angeblichen Missbrauchsdarstellungen von Minderjährigen, die sich unter männlichen Aktfotos befunden haben sollen, übersehen. „Ich habe bei meiner Sichtung der Sammlung offensichtlich zu wenig genau hingeschaut“, erklärte der Leiter des Stadtarchivs. Die entsprechenden Bilder wurden jedenfalls auf einem USB-Stick der Tageszeitung zugespielt, die wiederum das Land damit konfrontierte. Letztlich wurde dann der Ankauf gestoppt.
Peter Weiermair, geboren 1944, wuchs in Innsbruck auf und begründete das Forum für aktuelle Kunst mit. Er war Kurator der Taxisgalerie Innsbruck, ab 1980 Leiter des Frankfurter Kulturvereins, ab 1998 Direktor des Rupertinum Salzburg und ab 2001 Direktor der Galleria d’Arte Moderna Bologna. Zu seiner Sammlung gehörten Werke namhafter Tiroler und internationaler Künstlerinnen und Künstler der Moderne, wie Max Weiler, Marina Abramović, Joseph Beuys, Hermann Nitsch oder Andy Warhol.
apa






