von mmh 09.07.2026 13:28 Uhr

Gesundheitsversorgung unter Druck: Kritik an geplanten ÖGK-Schließungen

Die angekündigte Schließung von vier Servicestellen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Tirol sorgt für scharfe Kritik der Liste Fritz. Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sieht darin einen deutlichen Rückschritt für die Gesundheitsversorgung außerhalb der Ballungsräume und macht die Krankenkassenfusion dafür verantwortlich.

Liste Fritz-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider (Foto@ Liste Fritz)

Nach den Plänen sollen die ÖGK-Servicestellen in Imst, Telfs, Kufstein und Zell am Ziller geschlossen werden. Für Haselwanter-Schneider ist das die Folge einer Reform, vor deren Auswirkungen die Liste Fritz nach eigenen Angaben bereits früh gewarnt habe.

„Die Zusammenlegung der Krankenkassen wurde als große Jahrhundert-Reform verkauft. Tatsächlich erleben die Menschen jetzt weniger Service, weniger Nähe und weniger Versorgung vor Ort“, erklärt die Parteiobfrau. Mit Blick auf die Verantwortung für die Reform kritisiert sie insbesondere ÖVP und FPÖ.

„Ländlicher Raum zahlt die Rechnung“

Besonders betroffen sei laut Haselwanter-Schneider erneut der ländliche Raum. Die Schließung der Servicestellen treffe vor allem jene Menschen, die auf persönliche Beratung angewiesen seien.

„Wer Servicestellen in Imst, Telfs, Kufstein und Zell am Ziller zusperrt, spart nicht irgendwo im System, sondern direkt bei den Menschen. Für ältere Personen, chronisch Kranke, Familien und all jene, die auf persönliche Beratung und Hilfe angewiesen sind, ist das ein massiver Rückschritt und für die Liste Fritz nicht hinnehmbar“, betont sie.

Kritik auch an Landeshauptmann Mattle

Kritische Worte richtet Haselwanter-Schneider zudem an Tirols Landeshauptmann Anton Mattle. Dieser habe sich erst kürzlich als Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz präsentiert, bei der nun anstehenden Frage der Gesundheitsversorgung jedoch aus Sicht der Liste Fritz zu wenig politisches Gewicht eingebracht.

„Bei einer Frage, die die Gesundheitsversorgung der Tirolerinnen und Tiroler unmittelbar betrifft, wäre politisches Gewicht gefragt gewesen. Stattdessen droht jetzt eine Verknappung des Angebots“, so Haselwanter-Schneider.

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