Italien: Haftstrafe für Landwirt nach Tod von Erntehelfer

Der 31 Jahre alte Inder war bei der Arbeit auf einem Feld im Süden Roms in eine Maschine geraten, die ihm den rechten Arm abtrennte und die Beine zerquetschte. Sein Arbeitgeber brachte ihn nach dem Unfall aber nicht ins Krankenhaus, sondern fuhr ihn mit einem Lieferwagen zu seiner Behausung und ließ ihn dort liegen. Der abgetrennte Arm wurde in einer Obstkiste daneben entdeckt. Eineinhalb Tage später erlag der Inder im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Der Inder – ein Mann namens Satnam Singh – war 2021 zusammen mit seiner Frau nach Italien gekommen. Nach Schätzungen sind in der italienischen Landwirtschaft etwa 230.000 Menschen illegal beschäftigt – auch viele Migranten aus Ländern wie Indien oder Pakistan, die zu Stundenlöhnen von drei oder vier Euro oder noch weniger arbeiten.Â
Der Unfall hat sich auf einem Feld nahe der Gemeinde Borgo Santa Maria, etwa 60 Kilometer südlich von Rom ereignet, wo insbesondere Melonen und Zucchini angebaut werden.Â
Staatsanwaltschaft hat noch höhere Strafe beantragt
Singh wurde mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Rom geflogen, wo er infolge seiner Verletzungen starb. Der Arbeitgeber erläuterte sein Verhalten damit, dass er in Panik geraten sei. Die Staatsanwaltschaft hatte 22 Jahre Haft gefordert. Gegen das Urteil, das am Mittwochabend erging, sind noch Rechtsmittel möglich. Häufig wird die Ausbeutung durch ein System organisiert, bei dem illegale Mittelsmänner als Vermittler zwischen Betrieben und Arbeitern auftreten und einen Großteil des Lohns einbehalten.
APA/UT24






