Nachtragshaushalt: Land Südtirol investiert über eine Milliarde Euro

Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher profitiert das Land von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung sowie einer günstigen Finanzregelung mit dem Staat. Insgesamt stehen dadurch rund 1,029 Milliarden Euro zur Verfügung.
Den größten Einzelposten bildet die vorzeitige Tilgung von Darlehen in Höhe von rund 411 Millionen Euro. Damit sollen künftig Millionen an Zinszahlungen eingespart werden. Nach Angaben des Landeshauptmannes wird Südtirol dadurch nahezu schuldenfrei.
Weitere Investitionen betreffen den Ankauf ehemaliger SIP-Gebäude für 20 Millionen Euro, die künftig den Gemeinden für öffentliche Zwecke zur Verfügung stehen sollen. Zudem fließen 22,5 Millionen Euro in Forschung und Innovation im NOI Techpark. Für die Planung des Michael-Pacher-Hauses in Bruneck sind 1,5 Millionen Euro vorgesehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bevölkerungsschutz. Insgesamt 51 Millionen Euro sind für Hochwasser-, Muren- und Unwetterschutzmaßnahmen eingeplant. Weitere 11,5 Millionen Euro sollen in die Sanierung von Schutzhütten investiert werden.
Auch in den Klimaschutz investiert das Land kräftig. Rund 40 Millionen Euro sind für die energetische Sanierung von Landesgebäuden wie Schulen, Verwaltungsgebäuden und Gesundheitseinrichtungen vorgesehen. Weitere Fördermittel stehen für die Planung eines neuen Gebäudes der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz bereit.
Im Mobilitätsbereich sind vier Millionen Euro für den Ausbau von Radwegen eingeplant. Darüber hinaus werden die bestehenden FLIRT-Züge an neue europäische Signalsysteme angepasst und für grenzüberschreitende Verbindungen ausgerüstet. Zusätzlich investiert das Land 30 Millionen Euro in die Zugremise, um langfristig eine eigene Wartungsinfrastruktur sicherzustellen. Weitere Mittel fließen in die Instandhaltung von Brücken sowie in den öffentlichen Nahverkehr.
Für den Aus- und Umbau des Krankenhauses Bozen sind 25 Millionen Euro vorgesehen. Weitere 20 Millionen Euro dienen der Vorfinanzierung der Abfertigungen öffentlicher Bediensteter, damit diese künftig rascher ausbezahlt werden können.
Im Bildungsbereich werden zusätzliche Mittel für Integrationslehrpersonal und mehr Kindergartenpersonal bereitgestellt. Ziel ist es unter anderem, das Angebot an verlängerten Öffnungszeiten auszubauen.
Da die Nachfrage nach Umweltförderungen weiter steigt, stellt das Land zusätzliche 40 Millionen Euro für Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und weitere Maßnahmen zur Energiewende bereit.
Auch Sport und Kultur profitieren vom Nachtragshaushalt. So werden unter anderem Mittel für die neue Eissportanlage in Sterzing sowie sechs Millionen Euro zusätzlich für die Denkmalpflege bereitgestellt.
Für Familien und soziale Maßnahmen sind weitere 45 Millionen Euro vorgesehen. Damit werden unter anderem das Landeskindergeld, die Stundensätze für Tagesmütter sowie die Nachmittagsbetreuung ausgebaut.
„Mit diesem Nachtragshaushalt investieren wir gezielt in Zukunftsbereiche wie Mobilität, Klimaschutz, Bildung, Familie und Wohnen und stärken gleichzeitig die finanzielle Stabilität unseres Landes“, erklärt Landeshauptmann Kompatscher.






