hds pocht auf Südtirol-Lösung bei Sonntagsöffnungen

Laut einer vom Arbeitsförderungsinstitut (AFI) und dem Beratungsunternehmen Komma veröffentlichten Erhebung stehen regelmäßige Sonntagsöffnungen in der Bevölkerung mehrheitlich in der Kritik. Demnach lehnen 61 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Sonntagsöffnungen ab. 82 Prozent geben zudem an, keinesfalls bereit zu sein, an einem Sonntag zu arbeiten – deutlich mehr als noch 2016.
hds-Präsident Philipp Moser spricht von einem klaren Signal. Südtirol brauche keine ideologische Debatte, sondern eine eigenständige und ausgewogene Regelung der Geschäftsöffnungszeiten, die den Besonderheiten des Landes Rechnung trage. Eine entsprechende Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut liege bereits vor und müsse nun noch vom Ministerrat behandelt werden.
Nach Ansicht des Wirtschaftsverbands dürfe die Diskussion nicht allein auf die Öffnungszeiten reduziert werden. Vielmehr gehe es auch um die Attraktivität der Arbeitsplätze im Handel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Schutz kleiner Familienbetriebe, den Tourismus sowie die Lebensqualität. Angesichts des anhaltenden Arbeitskräftemangels stelle sich zudem die Frage, wer zusätzliche Arbeitszeiten an Sonn- und Feiertagen überhaupt leisten solle.
Auch eine hds-interne Befragung unter den Mitgliedsbetrieben stützt diese Haltung. Mehr als 82 Prozent der teilnehmenden Unternehmen sprechen sich demnach für eine Sonn- und Feiertagsschließung im Einzelhandel aus. Fast 56 Prozent befürworten angesichts von Energiekrise und Personalmangel zudem kürzere Öffnungszeiten.
Der hds fordert deshalb weiterhin eine autonome Regelung für Südtirol. Diese müsse die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen, Familienbetriebe, die Nahversorgung sowie die Bedeutung des Tourismus berücksichtigen und gleichzeitig Planungssicherheit für Betriebe und Beschäftigte schaffen.






