von lif 02.07.2026 14:26 Uhr

Neue EU‑Zollregeln: „Wichtiger Schritt für fairen Wettbewerb“

Wer online günstige Ware aus Nicht-EU-Ländern bestellt, muss ab sofort mit höheren Preisen rechnen. Seit dem 1. Juli gilt eine neue EU-Regelung, die solche Billig-Importe erstmals mit einer Zollabgabe belegt.

hds-Präsident Philipp Moser.(Foto: Wirtschaftsverband hds)

Betroffen sind Online-Bestellungen aus Drittstaaten mit einem Warenwert von unter 150 Euro. Ziel der Maßnahme ist es, den stark gewachsenen Direktimport aus Nicht-EU-Ländern einzudämmen und faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen zu schaffen. Der Wirtschaftsverband hds bewertet die Regelung grundsätzlich positiv. „Die neue EU-Maßnahme ist ein wichtiger Schritt, um einen strukturellen Wettbewerbsnachteil für den lokalen Handel zu korrigieren“, betont hds-Präsident Philipp Moser. Bisher hätten viele Produkte aus Drittstaaten faktisch zollfrei in den europäischen Markt gelangen können.

Wie groß das Phänomen ist, zeigen die Zahlen: EU-weit wurden 2025 rund 5,9 Milliarden solcher „Mini-Pakete“ direkt an Konsumenten geliefert, 97 Prozent davon aus China. Hochgerechnet auf Südtirol ergeben sich rund sieben Millionen Pakete pro Jahr, also rund 13 Sendungen pro Person. „Diese Zahlen zeigen klar, dass es sich nicht um ein Randphänomen handelt“, so Moser. Zugleich bedeute das hohe Aufkommen auch eine erhebliche zusätzliche Verkehrsbelastung.

Konkret sieht die Regelung eine pauschale Zollabgabe von drei Euro pro Warenkategorie in einer Sendung vor. Diese dürfte in den meisten Fällen an die Kunden über den Kaufpreis oder die Zustellkosten. Für Konsumenten bedeutet das spürbare Preissteigerungen, vor allem bei sehr günstigen Produkten weitergegeben werden. Ab November 2026 ist zudem eine weitere EU-weite Bearbeitungsgebühr geplant.

Kritisch sieht der hds nationale Alleingänge einzelner Staaten, wie sie zeitweise etwa in Italien, Österreich oder Frankreich diskutiert wurden. Diese könnten den Binnenmarkt verzerren. „Gerade im Onlinehandel sind die Ströme grenzüberschreitend organisiert. Deshalb braucht es klare, einheitliche europäische Regeln“, so Moser. Für den heimischen Handel sieht der Verband dennoch eine Chance: Vergleichbare Rahmenbedingungen für alle stärkten die lokalen Betriebe und die regionale Wertschöpfung. Klar sei aber auch: „Die Zollregelung allein wird den Wettbewerb nicht lösen. Sie ist aber ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung.“

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