Schädling auf dem Vormarsch: Südtirol rüstet sich gegen den Japankäfer

Bereits massive Schäden in Norditalien
In Italien hat der Käfer vor allem im Piemont bereits erhebliche Schäden im Weinbau angerichtet. Auch in der Lombardei, im Veneto, in der Emilia-Romagna und im Friaul ist der Schädling mittlerweile verbreitet. Vor einem Jahr waren erstmals auch in Südtirol vier einzelne Japankäfer an drei verschiedenen Orten entdeckt worden – allerdings ausschließlich in den von den Pflanzenschutzinspektoren aufgestellten Fallen.
Landesrat Walcher: „Frühzeitiges Erkennen verhindert Ausbreitung“
Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher betont die Bedeutung eines wachsamen Umgangs mit dem Schädling: „Wir beobachten diese Entwicklung aufmerksam und behalten die Ausbreitung des Japankäfers durch ein gezieltes Monitoring genau im Blick. Durch frühzeitiges Erkennen und rasches Melden können wir gemeinsam dazu beitragen, eine Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.“
Kontrollen deutlich ausgeweitet
Der Landespflanzenschutzdienst arbeitet dabei eng mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau zusammen. Wie Stefano Endrizzi, verantwortlich für den Pflanzenschutzdienst in der Landesabteilung Landwirtschaft, berichtet, führen die beiden Einrichtungen an den bekannten Fundstellen verstärkte Kontrollen mit Pheromonfallen durch. Nach dem Fund im Vorjahr wurde die Anzahl der Fallen von 15 auf 24 aufgestockt. Bis Ende September wurden insgesamt 307 Kontrollen von Pflanzenschutzdienst und Beratungsring durchgeführt.
„Seit Anfang Juni führen wir wieder Kontrollen durch und haben die visuellen Kontrollen auf 405 erhöht – bisher haben wir keine Japankäfer gefunden“, unterstreicht Endrizzi. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, wurde eine breit angelegte Informationskampagne gestartet: 5.000 zweisprachige Flyer und Poster werden derzeit an den Raststätten der Brennerautobahn und der Schnellstraße MeBo verteilt. Zusätzlich informieren auch der Beratungsring, das Versuchszentrum Laimburg und die Freie Universität Bozen über den Schädling.
Funde müssen sofort gemeldet werden
Ein Verdachtsfall oder ein tatsächlicher Fund eines Japankäfers muss umgehend – mit Foto – dem Landespflanzenschutzdienst gemeldet werden:
Telefon: 0471 415140
E-Mail: fitobz@provinz.bz.it
Weitere Informationen zum Japankäfer und anderen Pflanzenschädlingen sind unter landwirtschaft.provinz.bz.it/de/pflanzenschaedlinge abrufbar.
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