WM-Aus für Deutschland

Dabei hatten die Deutschen über weite Strecken deutlich mehr vom Spiel, taten sich aber schwer. Der Ball lief zu langsam, es mangelte an Ideen. Paraguay hingegen nutzte eine seiner wenigen Chancen eiskalt: Nach einem Eckball köpfte der 22-jährige Enciso aus acht Metern ungedeckt zur Führung ein. Den Ausgleich besorgte kurz nach der Pause Kai Havertz, der eine Flanke von Florian Wirtz mit dem Hinterkopf ins Eck verlängerte – bereits sein dritter Treffer bei diesem Turnier. In der Folge drückte Deutschland, in der Verlängerung spielte sich fast alles in Paraguays Hälfte ab. Doch ein vermeintlicher Siegtreffer von Jonathan Tah (102.) wurde nach Videostudium wegen eines vorangegangenen Stoßes zurückgenommen.
So fiel die Entscheidung vom Punkt und dort behielt der Außenseiter die Nerven. Paraguays Torhüter Orlando Gill parierte gegen Havertz und Nick Woltemade, zudem setzte Tah den Ball über das Tor. Für Deutschland war es im fünften WM-Elfmeterschießen die erste Niederlage. Paraguay dagegen gewann erstmals seit 2010 wieder ein WM-K.-o.-Spiel und trifft am 4. Juli im Achtelfinale auf Frankreich oder Schweden.
Bei DFB-Teamchef Julian Nagelsmann saß die Enttäuschung tief. „Ich sitze als Trainer mit im Boot, kreide mir das Ausscheiden genauso an, wie es die Spieler tun“, sagte er. Besonders über den aberkannten Tah-Treffer ärgerte er sich. Auch die Spieler gingen hart mit sich ins Gericht: „Von unserer Seite war das zu wenig. Wir haben unsere Qualität nicht auf den Platz bekommen“, meinte Manuel Neuer.






