
Florian Stumfall
Deutschland? Lernen von Südafrika!

Ein Blick ans andere Ende der Welt
Solche Verhältnisse sind weltweit einmalig, und wenn man schon den globalen Vergleich bemüht, lohnt sich ein Blick ins ferne Südafrika. Dort gibt es seit Wochen Unruhen und teils gewaltsame Demonstrationen, die unter dem Motto stehen: „Ausländer raus“.
Wer aber meint, diese Spitze richte sich gegen die Weißen, der irrt. Vielmehr sind damit Zimbabwer oder Malawier oder Angehörige anderer Völker aus der Nachbarschaft gemeint. Diese nämlich sind vielfach schon seit der Zeit der weißen Regierung als Gastarbeiter im Land und zeigen sich im großen und ganzen auffallend arbeitsam und redlich.
Dies aber stört die einheimische schwarze Bevölkerung, von welcher eine Mehrheit glaubt, weil sie nun schwarz regiert werden, müßte ihnen alles zufliegen, ohne Müh und Plage. Den Fleiß der Gastarbeiter aber empfinden sie als ein unerwünschtes, bedrohliches Beispiel, welches die Regierung veranlassen könnte, auch von ihnen selbst mehr zu verlangen.
Die verkehrte Welt
Es ist also genau umgekehrt wie in Deutschland. Hier arbeiten die Deutschen und schleppen die anderen mit, dort arbeiten die Fremden, während sich die Südafrikaner lieber von der Apartheid erholen, die nunmehr über 30 Jahre zurückliegt.
Andere Länder, andere Sitten. Aber vielleicht könnte man das südafrikanische Modell auch für Deutschland erwägen – als kulturelle Bereicherung.




