von Thomas Rauch 26.06.2026 16:30 Uhr

Auftakt für das 44. Südtirol Jazzfestival: Musik an außergewöhnlichen Orten

Das Südtirol Jazzfestival feiert in diesem Jahr seine 44. Ausgabe. Zehn Tage lang werden außergewöhnliche Orte zu einer lebendigen Bühne für europäische Musikkultur. Zum Start am heutigen Freitag wartet das renommierte Großereignis mit einer besonderen internationalen Auszeichnung auf und verspricht Musikgenuss an höchst außergewöhnlichen Spielorten.

Bild © Felix Zimmermann

Bozen – Mit einer namhaften Auszeichnung im Gepäck startet das Südtirol Jazzfestival am heutigen Freitag, dem 26. Juni, in seine 44. Spielzeit. Für sein mutiges und zukunftsweisendes Konzept wurde das Festival in diesem Jahr mit dem 15. „EJN Award for Adventurous Programming” des European Jazz Network ausgezeichnet. Zehn Tage lang stehen im ganzen Land weit über 50 Konzerte auf dem Programm, die zeitgenössischen europäischen Jazz und gewagte musikalische Experimente zu den Menschen bringen.

Den Auftakt macht im Bozner NOI Techpark ein bemerkenswertes Gastspiel: Das skandinavische „Gard Nilssen Supersonic Orchestra“ zeigt als Großformation, wie die Idee einer klassischen Big Band mit moderner Energie und Experimentierfreude neu interpretiert werden kann. Das Besondere an diesem Gastspiel zeigt sich in den darauffolgenden Tagen. Die skandinavischen Musiker bleiben im Land, teilen sich in kleinere Formationen auf und treten an ungewöhnlichen Orten spontan auf, unter anderem als intimes Bläser-Ensemble an der Silvesterkapelle im Grödner Langental.

Die Geografie der Kontraste zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Festival. Die Spielorte reichen von historischen Schlossgemäuern und postindustriellen Hallen bis hin zu alpinen Höhen. Stilistische Berührungsängste kennt das Programm dabei nicht. Während das „Goran Kajfeš Subtropic Arkestra“ den Bozner Waltherplatz mit psychedelischen Klängen bespielt, ziehen es andere Künstler vor, in ganz besonderen Räumlichkeiten aufzutreten. So gastiert das französische Trio „Spin & Spells“ in der Destillerie Roner in Tramin und die Geigerin Anaïs Drago gibt ein Solokonzert im Klimastollen von Prettau.

Ein zentraler Treffpunkt für spontane Musikbegegnungen ist in den kommenden zehn Tagen das Bozner Waaghaus. Dort kommen fast täglich Künstler zu improvisierten Sessions zusammen, die in dieser Konstellation noch nie zuvor zusammengespielt haben. Wer den Tag clubtauglich ausklingen lassen möchte, findet bei den traditionellen Late-Night-Sessions im Batzen Sudwerk eine Mischung aus Jazz und modernen Rhythmen. Das Festival versteht sich somit nicht als reine Abfolge von Konzerten, sondern als Einladung zum lebendigen Dialog zwischen Musik, Raum und Publikum.

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