Tagespflege: Bedarf bleibt unklar

Derzeit stehen laut Südtiroler Landesregierung 208 Tagespflegeplätze in eigenständigen Tagespflegeeinrichtungen zur Verfügung. Hinzu kommen nach Schätzungen des Landes rund 200 weitere Plätze in Seniorenwohnheimen, die flexibel angeboten werden. Da diese Plätze von den Einrichtungen nicht gemeldet werden müssen, ist ihre tatsächliche Anzahl jedoch nicht bekannt.
In den kommenden Jahren soll das Angebot weiter ausgebaut werden. Bereits eröffnet wurde das Tagespflegeheim „Ella“ in Brixen mit zwölf Plätzen. Weitere Einrichtungen befinden sich in Welsberg, Lüsen, Margreid, Riffian, Sarnthein sowie St. Walburg in Ulten in Bau oder Planung. Zudem sollen bestehende Angebote unter anderem in Mals, Sterzing und Bruneck erweitert werden. Insgesamt sind mehr als 100 zusätzliche Tagespflegeplätze vorgesehen. Wann diese tatsächlich zur Verfügung stehen werden, konnte die Landesregierung allerdings nicht beantworten.
Mit ihrer Anfrage wollte Maria Elisabeth Rieder auch in Erfahrung bringen, wie groß der tatsächliche Bedarf an Tagespflegeplätzen ist. Die Antwort zeigt jedoch, dass weder Wartelisten noch die Zahl jener Personen erfasst werden, die aufgrund fehlender Kapazitäten keinen Platz erhalten haben. Auch darüber, wie viele Menschen im Jahr 2025 keinen Tagespflegeplatz bekommen konnten, liegen dem Land keine Daten vor.
Nach Angaben der Landesregierung liegt die Bedarfserhebung sowie die Planung neuer Angebote bei den Gemeinden und Bezirksgemeinschaften. Im Sozialplan 2030 wurde zwar als Richtwert ein Tagespflegeplatz pro 100 Einwohner über 75 Jahren festgelegt, eine landesweite Erhebung über Wartelisten oder ungedeckte Nachfrage erfolgt jedoch nicht.
Rieder sieht darin Handlungsbedarf. Angesichts des demografischen Wandels werde die Bedeutung der Tagespflege in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Die Einrichtungen ermöglichten älteren Menschen, möglichst lange in ihrem gewohnten Zuhause zu bleiben, und entlasteten gleichzeitig pflegende Angehörige, die häufig Beruf, Familie und Pflege miteinander vereinbaren müssten.
Die Team-K-Abgeordnete verweist zudem darauf, dass auch die Landesregierung regelmäßig die Bedeutung der häuslichen Pflege hervorhebe. Damit dieses Ziel erreicht werden könne, brauche es jedoch ausreichend Unterstützungsangebote sowie eine verlässliche Datengrundlage, um den tatsächlichen Bedarf zu erheben und das Angebot entsprechend auszubauen.
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