SHB nimmt Abschied von Freiheitskämpfer Herwig Nachtmann

Nachtmanns Name ist untrennbar mit den Südtirolprozessen der 1960er-Jahre verbunden. Im Grazer Südtirolprozess von 1965 gehörte der Verstorbene zu jenen Angeklagten, die offen zu ihrer Unterstützung des Südtiroler Freiheitskampfes standen und auf diese Weise wesentlich dazu beitrugen, den politischen Charakter der Südtirolfrage vor der österreichischen Öffentlichkeit sichtbar zu machen. „Das Verfahren endete zunächst mit der Unzuständigkeitserklärung des Schöffengerichtes, die zu jener Zeit weithin als Bestätigung rechtsstaatlicher Grundprinzipien gewertet wurde. Im späteren Geschworenenverfahren zählte Nachtmann zu jenen Angeklagten, deren Freispruch rechtskräftig wurde“, so Lang. Herwig Nachtmann gehörte zu jener Generation, die in jungen Jahren bereit war, persönliche Nachteile auf sich zu nehmen, um für die Rechte Südtirols einzutreten. Sein Einsatz entsprang sowohl einer tiefen Liebe zur Heimat als auch einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden. Dafür verbrachte er auch einen Monat in einem österreichischen Kerker.
Der SHB dankt Herwig Nachtmann für seinen Einsatz für Südtirol. Es stehe dem SHB nicht zu, über das spätere politische Leben des Toten ein Urteil abzugeben, so Obmann Roland Lang. Der Südtiroler Heimatbund verneigt sich vor einem Tiroler, dessen Lebensweg eng mit einem zentralen Abschnitt der Tiroler Zeitgeschichte verbunden war.






