90 Millionen Euro verlassen Südtirol

Besonders brisant: Gleichzeitig beziehen viele Personen staatliche und regionale Unterstützungsleistungen – von Mietbeiträgen über Sozialleistungen bis hin zum Kindergeld. Für zahlreiche Bürger stellt sich daher eine einfache Frage: Wenn genügend Geld vorhanden ist, um regelmäßig hohe Beträge ins Ausland zu schicken, warum sollen dann weiterhin öffentliche Gelder ausbezahlt werden?
Die größten Empfängerländer der Überweisungen waren Pakistan mit 24 Millionen Euro, Bangladesch mit 16,4 Millionen Euro, Marokko mit 11,3 Millionen Euro und Indien mit 11,1 Millionen Euro. Insgesamt handelt es sich um Summen, die weit über das hinausgehen, was viele Südtiroler Familien überhaupt zur Seite legen können.
Ein kaputtes System
Kritiker sehen darin einen Widerspruch. Sozialleistungen seien ursprünglich dafür gedacht, Menschen zu unterstützen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten können. Wer jedoch regelmäßig Geld in seine Heimat überweisen könne, verfüge offenbar über finanzielle Mittel, die bei der Berechnung von Unterstützungen stärker berücksichtigt werden müssten.
Immer wieder wird deshalb gefordert, die Vergabe von Beihilfen strenger zu kontrollieren. Insbesondere Mietzuschüsse, Familienleistungen und andere Transferzahlungen müssten an die tatsächliche wirtschaftliche Situation gekoppelt werden. Wer tausende Euro pro Jahr ins Ausland transferiere, könne schwerlich gleichzeitig geltend machen, auf jede öffentliche Unterstützung angewiesen zu sein, argumentieren Kritiker.
Natürlich sind Überweisungen an Angehörige in vielen Fällen Ausdruck familiärer Verantwortung. Dennoch bleibt die Frage berechtigt, ob der Steuerzahler indirekt ein System mitfinanziert, bei dem öffentliche Gelder bezogen werden, während erhebliche Summen das Land verlassen.






