Förder-Offensive in Tirol: Geld für Wirtschaft, Natur und Tourismus

Die Projekte reichen dabei von wirtschaftlichen Initiativen über Umweltmaßnahmen bis hin zu Freizeit- und Infrastrukturvorhaben. Beispiele sind ein neuer Indoorspielplatz im Lechtal, eine Hängebrücke entlang des Iseltrails in Osttirol sowie die Wiederbelebung der Burgruine Hörtenberg in Innsbruck-Land.
„Stärkung der Regionen als zentraler Auftrag“
Landeshauptmann Anton Mattle betont, dass Tirols Stärke in den Regionen liege. Dort werde gearbeitet, investiert und Zukunft gestaltet. Jede Förderung stärke Lebensqualität, Wirtschaftskraft und Zusammenhalt. Förderungen könnten von Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden und weiteren Projektträgern beantragt werden. Ziel sei es, gute Ideen möglichst unbürokratisch und zielgerichtet umzusetzen.
LHStv. Philip Wohlgemuth verweist darauf, dass hinter jedem Projekt Menschen stehen, die ihre Region aktiv gestalten. Ob Tourismus, Ortskernbelebung oder Innovation im Betrieb – die Investitionen würden konkrete Verbesserungen vor Ort schaffen und zugleich Beschäftigung und Wertschöpfung fördern.
Lechtal: 730.000 Euro für neue Projekte
Allein im Lechtal werden neun Projekte mit insgesamt 730.000 Euro unterstützt. Für die Naturparkregion Lechtal-Reutte stehen bis 2034 jährlich 850.000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem nachhaltige Geschäftsmodelle, Freizeitangebote, Bauprojekte mit nachwachsenden Rohstoffen sowie Maßnahmen zur Stärkung der Ortskerne.
In der ersten Förderperiode von 2015 bis 2024 wurden dort rund sieben Millionen Euro investiert. Dadurch konnten 114 Projekte umgesetzt, ein Gesamtinvestitionsvolumen von 72,5 Millionen Euro ausgelöst sowie 108 neue Arbeitsplätze geschaffen und 630 weitere gesichert werden.
Osttirol: Ausbau des Förderprogramms
Auch die Natura-2000-Region Isel zeigt laut Land starke Effekte. Seit 2016 wurden acht Millionen Euro eingesetzt und über 100 Millionen Euro an Investitionen angestoßen. Aktuell werden acht Projekte mit 630.000 Euro gefördert, darunter die Hängebrücke Brühl entlang des Iseltrails.
Aufgrund der bisherigen Entwicklung wird das Programm auf ganz Osttirol ausgeweitet. Dafür stehen in den kommenden zehn Jahren 20 Millionen Euro bereit, also zwei Millionen Euro jährlich. Gefördert werden unter anderem Daseinsvorsorge, Ortskernstärkung sowie Projekte zur Digitalisierung, Mobilität und demografischen Entwicklung.
Projektwerber können ab 1. Juli Förderanträge beim Regionsmanagement Osttirol einreichen. Die Förderquote beträgt bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten.
EU- und Bundesmittel für weitere Projekte
Zusätzlich werden 16 Projekte mit rund 1,5 Millionen Euro aus EU-Programmen (LEADER und CLLD-IBW) sowie Landes- und Bundesmitteln unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Wiederbelebung der Burgruine Hörtenberg, das Projekt „Schwaz MAX-imum“, „Leben und Arbeiten im Brixental“, die Wasserspielanlage Wichtelpark in Sillian, „Wie schmeckt das Ötztal?“, das Konzept „Ganzjahrestourismus in Holzgau“ sowie das Projekt „future.fit – KI für Unternehmen“.
Bürokratieabbau und Bildungsschwerpunkte
Im Rahmen der Regierungssitzung wurde zudem ein neues Maßnahmenpaket zur Beschleunigung von Verfahren vorgestellt. Ab 17. Juni 2026 startet beim WIFI Tirol der Lehrgang „Zertifizierte Fachkundige für die Betriebsanlageneinreichung“. Ziel ist es, die Qualität von Einreichunterlagen zu verbessern und damit Verfahren zu beschleunigen. Aufgrund der hohen Nachfrage ist der Kurs bereits ausgebucht, ein weiterer Durchgang ist für Herbst 2026 geplant.
Weitere Beschlüsse betreffen die Erweiterung der Anerkannten Europäischen Schule Tirol um einen Kindergarten, der ab Sommer 2026 schrittweise umgesetzt werden soll, sowie die Weiterführung des Umweltbildungsprogramms. Dafür werden 90.000 Euro bereitgestellt. Zwischen 2023 und 2026 nahmen rund 22.500 Personen an den Bildungsangeboten teil.






