Mehr Beschäftigung in Südtirol – doch Einheimische bleiben zurück

Trotz des positiven Trends sehen die Verantwortlichen weiterhin Handlungsbedarf. Das Beschäftigungswachstum werde vor allem von Arbeitskräften von außerhalb Südtirols getragen. Ziel sei es deshalb, künftig verstärkt bereits im Land ansässige Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.
Gastgewerbe als Wachstumsmotor
Besonders deutlich fiel der Beschäftigungszuwachs im Gastgewerbe aus. Dort stieg die Zahl der Beschäftigten um 6,1 Prozent. Moderater entwickelte sich die Lage im verarbeitenden Gewerbe mit einem Plus von 0,9 Prozent sowie im Bauwesen mit einem Anstieg von 0,8 Prozent.
Auffällig ist laut Bericht die unterschiedliche Entwicklung nach Herkunft der Beschäftigten. Während die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte um 6,7 Prozent zunahm, stieg jene der Inländer lediglich um 0,9 Prozent. Besonders stark wuchs die Beschäftigung bei Personen ohne Wohnsitz in Südtirol.
Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof betonte, dass das Ziel einer stärkeren Aktivierung des bereits vorhandenen Arbeitskräftepotenzials – insbesondere bei Frauen und Jugendlichen – noch nicht erreicht sei.
Arbeitslosigkeit bleibt auf niedrigem Niveau
Die Registerarbeitslosenquote lag im untersuchten Zeitraum bei 7,2 Prozent. Die von ISTAT erhobene Arbeitslosenquote blieb mit 1,6 Prozent weiterhin sehr niedrig.
Durchschnittlich waren rund 18.200 Personen als arbeitslos gemeldet. Die Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-Jährigen erreichte inzwischen 80 Prozent. Bis zum Jahr 2030 soll dieser Wert auf 83 Prozent steigen.
Einkaufszentren sorgen nicht überall für dieselben Effekte
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts war die Untersuchung der Auswirkungen von Einkaufszentren auf die Beschäftigung im Handel.
Dabei zeigte sich laut Arbeitsmarktbeobachtung, dass die Eröffnung von Einkaufszentren in Bozen keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung im örtlichen Handel hatte. Anders stellt sich die Situation in Meran und Algund dar: Dort würde die Beschäftigung im Handel sinken, wenn die Arbeitsplätze in den jeweiligen Einkaufszentren nicht berücksichtigt würden.
In der Gemeinde Brenner hätten die Errichtung und spätere Erweiterung des dortigen Einkaufszentrums hingegen zu einem deutlichen Beschäftigungswachstum im Handel geführt.
Beim WaltherPark gehen die Experten davon aus, dass sich der aktuell hohe Anteil befristeter Arbeitsverträge mittelfristig auf rund 30 Prozent reduzieren wird – ähnlich wie bereits beim Einkaufszentrum Twenty.
Arbeitsmarktstrategie bis 2030
Amhof unterstrich abschließend, dass sich der Südtiroler Arbeitsmarkt weiterhin robust und dynamisch zeige. Gleichzeitig müsse das vorhandene Arbeitskräftepotenzial noch stärker genutzt und bestehende Unterschiede gezielt abgebaut werden. Genau hier soll die von der Landesregierung verabschiedete Arbeitsmarktstrategie für 2030 ansetzen.






