Südtiroler Kampagne gegen Hass im Netz neu aufgelegt

Die zentrale Frage der Initiative lautet: Würde ich diesen Satz auch aussprechen, wenn mein Gegenüber tatsächlich vor mir stünde? Denn der vermeintliche Schutz durch Bildschirm, PC oder Avatar ist in Wahrheit nicht vorhanden. Für jeden Kommentar steht der Urheber selbst gerade. Vorgestellt wurde die Kampagne gestern (15. Juni) im Pressesaal des Palais Widmann.
„Was online passiert, bleibt nicht online. Worte können verletzen, ausgrenzen und Menschen zum Schweigen bringen“, betonte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Gerade rund um den Internationalen Tag gegen Hassrede am 18. Juni wolle man ein deutliches Zeichen setzen: „Hassrede darf nicht normal werden. Denn digital ist real.“
Die Wurzeln der Initiative reichen einige Jahre zurück. „Ausgangspunkt für die Initiative war 2022 ein Beschlussantrag im Südtiroler Landtag“, erklärte Lisa Bringhenti von der Agentur für Presse und Kommunikation, die die Kampagne betreut. Wegen der weiterhin großen Aktualität wurde das Projekt nun neu lanciert, berichtet das LPA in einer Aussendung.
Anlaufstelle für Betroffene und Engagierte
Dem Land ist es ein Anliegen, ein konkretes Angebot zu schaffen. Wer sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen möchte, findet im Rahmen der Kampagne Informationen und Materialien, um selbst Botschafter oder Botschafterin zu werden. Betroffene wiederum erhalten Hinweise auf Anlaufstellen in Südtirol.
Die Botschaften werden im öffentlichen Raum, in den Medien und auf den sozialen Netzwerken verbreitet. Neu ergänzt wurde der Slogan „Dein Kommentar. Dein Gesicht“, der die Verantwortung jedes Einzelnen unterstreichen soll. Getragen wird die Kampagne erneut von einem breiten Partnernetzwerk.






