Innsbruck: Zwei Frauen sollen zur Prostitution gezwungen worden sein

Der Fall nahm am frühen Nachmittag des 9. Juni seinen Ausgang. Eine Verkehrsstreife des Stadtpolizeikommandos Innsbruck hatte den 27-Jährigen und seine 22-jährige rumänische Begleiterin im Zuge einer Amtshandlung wegen einer Verwaltungsübertretung vorläufig festgenommen.
Während der weiteren Amtshandlung wurden die Beamten von einem Zeugen darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei dem Mann um einen mutmaßlichen Zuhälter handeln könnte. Zudem wurde bekannt, dass sich zwei Frauen, die von ihm zur Prostitution gezwungen worden sein sollen, in einem nahegelegenen Lokal befinden würden.
„Loverboy-Methode“ angewandt
Die beiden Frauen, ebenfalls rumänische Staatsangehörige im Alter von jeweils 23 Jahren, wurden daraufhin von der Polizei befragt. Ihre Angaben erhärteten laut Polizei den Verdacht gegen den 27-Jährigen.
Die Frauen gaben an, mittels der sogenannten „Loverboy-Methode“ angeworben worden zu sein. Dabei wird den Opfern eine Liebesbeziehung vorgetäuscht, um sie emotional abhängig zu machen. Teilweise sollen die Frauen bereits seit mehreren Monaten der Prostitution nachgegangen sein.
Nach ihren Angaben mussten sie ihre gesamten Einnahmen an den Tatverdächtigen abgeben. Eine der Frauen berichtete zudem, von dem Beschuldigten verletzt und bedroht worden zu sein. Sie habe große Angst vor ihm gehabt.
Festnahme angeordnet
Aufgrund der Ermittlungsergebnisse ordnete die Staatsanwaltschaft Innsbruck am 9. Juni gegen 16.30 Uhr die Festnahme des 27-Jährigen an. Der Verdacht lautete zunächst auf Zuhälterei und schwere Nötigung.
Im Zuge weiterer Vernehmungen erhärtete sich gegen den Mann außerdem der Verdacht der Urkundenunterdrückung, der Körperverletzung sowie der Sachbeschädigung.
Auch gegen die 22-jährige Begleiterin des Tatverdächtigen wird ermittelt. Sie steht im Verdacht, einen Tatbeitrag zur Zuhälterei geleistet und eine der Frauen gefährlich bedroht zu haben.
Der 27-Jährige wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft Innsbruck in die Justizanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Tirol.






