Pension mit 68? „Irgendwann muss es genug sein“

Anlass ist ein Vorstoß von IV-Präsident Georg Knill, der eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters auf 68 Jahre gefordert hat. „Wer jahrzehntelang gearbeitet, Beiträge geleistet und unser Land mit aufgebaut hat, darf nicht ständig mit Forderungen nach einem höheren Pensionsantrittsalter konfrontiert werden“, betont Wohlgemuth in einer Aussendung der SPÖ.
Der SPÖ-Politiker verweist auf einen Widerspruch: Während die Industriellenvereinigung längeres Arbeiten fordere, hätten viele ältere Beschäftigte schon heute Schwierigkeiten, überhaupt einen Arbeitsplatz zu finden oder bis zum Pensionsantritt in Beschäftigung zu bleiben.
„Wer soll diese Menschen beschäftigen?“
Ansetzen müsse man daher woanders. „Wir brauchen altersgerechte Arbeitsplätze, eine starke Gesundheitsvorsorge und vor allem die Bereitschaft der Unternehmen, ältere Arbeitnehmer tatsächlich zu beschäftigen“, so Wohlgemuth. „Wer von Arbeiten bis 68 spricht, muss auch erklären, wer diese Menschen bis 68 beschäftigen soll.“
Eine pauschale Anhebung lehnt er klar ab. Wer länger arbeiten möchte, solle das selbstverständlich können. Wer aber sein Arbeitsleben lang seinen Beitrag geleistet habe, müsse auch ein Recht auf eine würdige Pension haben. Eine Erhöhung würde in vielen Fällen nur dazu führen, dass Menschen länger arbeitslos sind, Notstandshilfe beziehen oder aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden müssten. „Irgendwann muss es auch genug sein“, so Wohlgemuth.
Appell an den IV-Präsidenten
Besonders kritisch sieht Wohlgemuth, dass die Debatte oft an den tatsächlichen Arbeitsbedingungen vorbeigehe. „Wenn der IV-Präsident von Arbeiten bis 68 spricht, sollte er einmal mit einer Pflegekraft, einem Bauarbeiter oder einer Verkäuferin darüber reden, wie realistisch das in der Praxis ist.“ Statt einer Erhöhung des Pensionsantrittsalters brauche es gesunde Arbeitsbedingungen, bessere Prävention und mehr Unterstützung für jene Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben. „Wer Leistung einfordert, muss auch Respekt vor der Lebensleistung der Menschen haben“, betont Wohlgemuth.






