Kritik an Rodungen für Speicherbecken

Auslöser der Debatte ist die bereits im Frühjahr spürbare Wasserknappheit. Laut Experten geraten die natürlichen Wasserkreisläufe immer stärker aus dem Gleichgewicht. Als eine der Ursachen gilt der weltweite Verlust von Waldflächen. Darauf verweist auch der Wasseratlas 2025 der Heinrich-Böll-Stiftung.
Die Initiative „Waldatem“ betont in einer aktuellen Aussendung die Bedeutung des Waldes für den Wasserhaushalt. Bäume speichern Niederschläge im Boden, filtern Wasser und geben es nur langsam wieder ab. Dadurch würden Quellen gespeist, Trockenzeiten abgefedert und das lokale Klima gekühlt. Gleichzeitig wirkten Wälder als natürlicher Schutz gegen Hitzeperioden.
Kritisch sehen die Umweltschützer Pläne, für neue Speicherbecken Waldflächen zu opfern. Zwar könnten technische Maßnahmen zur Wasserspeicherung künftig notwendig sein, doch dürften diese nicht auf Kosten von Naturwäldern umgesetzt werden. Wer Wald rodet, zerstöre nach ihrer Auffassung genau jene natürliche Infrastruktur, die langfristig Wasser sichere.
Deshalb fordern die Initiatoren, Speicherbecken nur an Standorten zu errichten, an denen weder Naturwald verloren geht noch Quellen oder bestehende Wasserkreisläufe beeinträchtigt werden. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit sei es unverantwortlich, gesunde Waldflächen für künstliche Wasserreservoirs zu beseitigen.
Mit Blick auf den fortschreitenden Rückgang der Alpengletscher gewinnt der Wald nach Einschätzung der Kampagne zusätzlich an Bedeutung. Er speichere Wasser, stabilisiere das Klima und trage dazu bei, eine Überhitzung der Landschaft zu verhindern.
Die zentrale Botschaft der Initiative lautet daher: Wer den Wald schützt, schützt auch das Wasser – und damit die Lebensgrundlage künftiger Generationen.






