Südtiroler Freiheitskämpfer „Pepi“ Fontana ist tot

Geboren am 3. Juli 1937 in Neumarkt, erlernte Fontana zunächst das Malerhandwerk. Mit 21 Jahren schloss er sich dem Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) an. 1961 verübte er einen Anschlag auf das Haus des faschistischen Senators Ettore Tolomei in Montan, was ein Symbol der Italianisierung war. Der Sprengstoff riss nur ein Loch in die Hausmauer.
Noch 1961 wurde Fontana verhaftet und 1964 im Mailänder Sprengstoffprozess zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Davon saß er sieben Jahre und neun Monate ab. Über die Erfahrung der Gefangenschaft sagte er später: „Gefangen sein, das Ungewisse, wie lange es dauert, nicht die Möglichkeit haben, einen Raum zu verlassen oder in weiter Ferne vorbeiziehende Menschen zu sehen und selbst diese Freiheit nicht zu haben. Schlimmer ist nur noch krank sein und nicht wissen, ob man gesund wird.“
Vom Maler zum Historiker
Im Gefängnis begann Fontana zu studieren. Die Reifeprüfung legte er 1970 in Salzburg ab, anschließend studierte er Geschichte, Germanistik und Philosophie in Innsbruck und promovierte. Aus dem einfachen Maler wurde so einer der bedeutendsten Historiker Tirols. Er leitete das Südtiroler Kulturinstitut und verfasste zahlreiche Werke zur Geschichte des Landes, darunter die mehrbändige „Geschichte des Landes Tirol“ und eine Biografie über seinen BAS-Weggefährten Sepp Kerschbaumer.
Für sein Wirken wurde Fontana vielfach geehrt, unter anderem mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol, jenem der Universität Innsbruck sowie dem Ehrenring seiner Heimatgemeinde Neumarkt.
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