SVP-Senatorin fordert mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise

„Die Klimakrise ist nicht verschwunden – im Gegenteil“, sagt Julia Unterberger. Viele der aktuellen Herausforderungen seien direkt oder indirekt mit den Folgen des Klimawandels verbunden. Dazu zählten steigende Energiekosten, wirtschaftliche Unsicherheiten, Probleme bei der Lebensmittelversorgung und die zunehmende Instabilität ganzer Regionen.
Besonders besorgniserregend seien die aktuellen Umweltdaten. Laut Unterberger war 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Gleichzeitig sei erstmals die symbolische Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung überschritten worden. Weltweit verschwinden jährlich rund zehn Millionen Hektar Wald, etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten gelten als vom Aussterben bedroht. Hinzu komme die Luftverschmutzung, die laut internationalen Schätzungen jedes Jahr rund sieben Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht.
Kritisch sieht die Senatorin auch die Situation in Italien. Als Beispiel nennt sie den sogenannten „Overshoot Day“. Dieser markiert jenen Tag, an dem die Bevölkerung eines Landes rechnerisch alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. In Italien fiel dieser Tag heuer bereits auf den 3. Mai. Würden alle Menschen weltweit so leben wie die italienische Bevölkerung, wären laut Berechnungen rund 2,7 Erden notwendig, um den Ressourcenverbrauch dauerhaft zu decken.
Unterberger weist den Vorwurf zurück, Umweltschutz sei ein ideologisches Thema oder ein Luxusproblem. Vielmehr handle es sich um eine wirtschaftliche, soziale und sicherheitspolitische Notwendigkeit. Deshalb müsse verstärkt in erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz investiert werden. Positiv bewertet sie die Entscheidung der Europäischen Union, Investitionen in erneuerbare Energien von den Vorgaben des Stabilitätspaktes auszunehmen.
Neben politischen Maßnahmen sieht die SVP-Senatorin auch Veränderungen im Alltag als notwendig an. Insbesondere die Ernährung habe einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Die industrielle Tierhaltung trage wesentlich zu Treibhausgasemissionen und zur Belastung von Ökosystemen bei. Unterberger spricht sich daher für eine Verringerung des Fleischkonsums und die Förderung nachhaltiger Alternativen aus. Als möglichen Ansatz nennt sie eine stärkere Berücksichtigung pflanzlicher Angebote in Schulmensen.
Abschließend appelliert die SVP-Politikerin an die Regierungen, langfristige Verantwortung über kurzfristige politische Vorteile zu stellen. Angesichts der fortschreitenden Klimakrise sei die Zeit der Diskussionen vorbei. Nun müsse gehandelt werden, um irreversible Schäden für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu verhindern.






