Süßer Alltag: So viel Zucker nehmen wir zu uns

Im weltweiten Durchschnitt lag der Zuckerverbrauch laut FAO bei 26,2 Kilogramm pro Person und Jahr, was 24 Stück Würfelzucker pro Tag entspricht. Die WHO empfiehlt jedoch eine tägliche Zuckeraufnahme von maximal 25 Gramm, der tatsächliche Verbrauch liegt in vielen Ländern deutlich darüber. Die Lücke zwischen Empfehlung und Realität ist enorm und wächst noch weiter.
Zucker, der sich versteckt
Das eigentliche Problem ist nicht die Schokolade nach dem Abendessen. Es ist das Frühstück, das Mittagessen und die vermeintlich gesunde Zwischenmahlzeit. Ein 150-Gramm-Becher Fruchtjoghurt enthält bis zu 21 Gramm Zucker, also rund sieben Zuckerwürfel. Zucker steht dabei bereits an zweiter Stelle der Zutatenliste, also noch vor dem Obst.
Ähnlich verhält es sich mit anderen Alltagsprodukten. Eine ganze Flasche Ketchup mit 750 Gramm enthält bis zu 61 Stück Würfelzucker. Auch fertig gekaufter Krautsalat kommt auf rund zwölf Gramm Zucker pro 100 Gramm und selbst Salatdressings aus der Flasche liefern auf zwei Esslöffeln ein bis zwei Zuckerwürfel.Â
Besonders tückisch ist dabei die Sprache auf den Verpackungen. Versteckter Zucker findet sich unter mindestens 26 verschiedenen Bezeichnungen in Lebensmitteln, darunter Dextrose, Maltose, Fructose und diverse Sirupe. Eine einfache Faustregel ist aber: Alle Zutaten, die auf „ose“ enden, sowie alle Arten von Sirup sind in der Regel Zuckerformen.
Was das mit dem Körper macht
Die gesundheitlichen Folgen sind gut belegt. Als häufigste Risiken eines übermäßigen Zuckerkonsums gelten Adipositas und Diabetes. Dazu kommt der Effekt auf den Blutzucker. Produkte mit hohem Zuckergehalt lassen den Blutzucker schnell steigen und ebenso schnell wieder fallen. Das Ergebnis davon sind unter anderem Heißhunger, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. Ein Kreislauf, der sich täglich wiederholt, ohne dass die meisten Menschen überhaupt einen direkten Zusammenhang herstellen.
Die Industrie weiß es
Die Lebensmittelindustrie kennt diese Mechanismen. Die Hersteller verwenden häufig viele verschiedene Zuckerstoffe in so kleinen Mengen, sodass sie in der Zutatenliste auf den hinteren Plätzen landen, obwohl der Gesamtzuckergehalt erheblich ist. Man sieht ohne genauem Hinsehen also nicht, wie ungesund ein Produkt wirklich ist. Eine legale Methode, die es Konsumenten aber schwer macht.
Solange Zucker billig, allgegenwärtig und geschickt versteckt ist, wird sich am Gesamtkonsum wenig ändern. Wer seinen Zuckerkonsum wirklich senken will, kommt nicht darum herum, Etiketten zu lesen.






