von ih 03.06.2026 06:36 Uhr

US-Militär: Iranische Angriffe in der Golfregion abgewehrt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf Mittwoch einen weiteren iranischen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte im Golfstaat Kuwait abgewehrt. Eine „Welle iranischer Drohnen“ habe ihr Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (CENTCOM) auf der Plattform X mit. Die US-Luftverteidigung habe mehrere Drohnen erfolgreich abgeschossen. Niemand sei verletzt worden, es gebe keine Schäden, hieß es weiter.

APA/COPERNICUS SENTINEL DATA 2026

Zuvor hatte das US-Militär bereits einen größeren Angriff des Irans auf Ziele in Kuwait und dem Inselstaat Bahrain nach eigenen Angaben erfolgreich abgewehrt. Die beiden Staaten am Persischen Golf beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte.

Iranische Angriffe

Die iranischen Revolutionsgarden hatten Medienberichten aus dem Iran zufolge das Hauptquartier der 5. US-Flotte sowie einen Luftwaffenstützpunkt in der Region mit Raketen und Drohnen angegriffen. Zudem feuere die Marine der Revolutionsgarden Raketen auf ein Schiff namens „Panaya“ ab.“Die Gefährdung der Sicherheit in der Straße von Hormuz wird das US-Militär teuer zu stehen kommen“, zitierten iranische Medien die Revolutionsgarden am Mittwoch. Die Angriffe seien eine Reaktion auf US-Angriffe gegen einen Kommunikationsturm südlich der Insel Qeshm sowie gegen einen iranischen Tanker nahe der Meerenge, hieß es von Seiten der Revolutionsgarden.

Das US-Militär erwiderte, eine iranische Militäreinrichtung auf Qeshm in der Straße von Hormuz angegriffen und damit auf iranische Raketenangriffe reagiert zu haben. Sämtliche vom Iran in Richtung Kuwait und Bahrain abgefeuerten ballistischen Raketen verfehlten laut CENTCOM ihre Ziele. Zwei auf Kuwait gerichtete Geschoße stürzen nach US-Angaben ab oder zerbrachen in der Luft, drei weitere wurden von US- und bahrainischen Truppen abgefangen. Das US-Militär teilte weiter mit, es seien drei vom Iran auf zivile Schiffe abgefeuerte Drohnen abgeschossen worden. Die Schiffe hätten sich rechtmäßig in den Gewässern der Region befunden. Das US-Militär stehe auch während der aktuellen Waffenruhe weiter bereit, iranische Aggressionen abzuwehren, erklärte CENTCOM.

Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar feuerten die Streitkräfte der Islamischen Republik immer wieder solche Geschoße auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Trotz der eigentlich seit Anfang April geltenden Waffenruhe kam es zuletzt vereinzelt erneut zu solchen iranischen Angriffen. Teheran sprach dabei von Vergeltung für Angriffe des US-Militärs.

US-Angriff auf Öltanker als Anlass der jüngsten Angriffe?

Der Grund für den jüngsten Schlagabtausch trotz Waffenruhe und laufender Verhandlungen für ein Kriegsende schien ein Einsatz des US-Militärs vom Dienstag gewesen zu sein. Das US-Militär hatte vor der für Irans Ölexport wichtigen Insel Kharg nach eigenen Angaben einen unbeladenen Öltanker angegriffen, der versucht haben soll, einen iranischen Hafen anzulaufen. Das Schiff sei mit einer Rakete außer Gefecht gesetzt worden.

Die Besatzung des unter der Flagge Botswanas fahrenden Schiffes habe wiederholte Warnungen ignoriert und sei den Anweisungen der US-Streitkräfte über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg mehrfach nicht nachgekommen, hieß es von Seiten CENTCOMs weiter. Ein US-Flugzeug habe eine Rakete vom Typ Hellfire (Englisch für „Höllenfeuer“) in den Maschinenraum des Schiffes gefeuert und damit verhindert, dass der Tanker den Iran erreicht.

Die USA hatten am 13. April mit einer Blockade des gesamten Schiffsverkehrs begonnen, der in iranische Häfen ein- und ausläuft. Laut CENTCOM haben US-Streitkräfte im Rahmen ihrer Blockade bisher sechs Handelsschiffe außer Gefecht gesetzt und 122 umgeleitet.

Stockende Verhandlungen

Derzeit stocken die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zur Beendigung des Iran-Kriegs. Während iranische Nachrichtenagenturen berichten, seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, erklärte US-Präsident Donald Trump, die Verhandlungen dauerten an. Alle anderen Berichte dazu seien falsch und irreführend.

apa

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