von lif 01.06.2026 15:54 Uhr

Mehr als 12.000 Südtiroler studieren in Italien und Österreich

Wie viele junge Menschen aus Südtirol besuchen eine Universität und wo? Neue Zahlen des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) geben Aufschluss über das Studienjahr 2024/25.

Foto: APA (Archiv)

Im Studienjahr 2024/25 waren insgesamt 12.677 in Südtirol ansässige Personen an Universitäten in Italien oder Österreich eingeschrieben. Davon haben sich 2.121 erstmals immatrikuliert. 2.520 Studenten aus Südtirol haben in diesem Zeitraum einen Universitätsabschluss erworben. Insgesamt blieb die Zahl der Studenten stabil: 6.560 Südtiroler waren an italienischen Universitäten eingeschrieben, 6.117 an öffentlichen Universitäten in Österreich. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von nur 0,3 Prozent.

Bei den Neueinschreibungen gab es allerdings große Unterschiede: An den italienischen Universitäten nahmen sie deutlich zu (plus 21,7 Prozent), während die österreichischen Universitäten einen Rückgang verzeichneten (minus 6,6 Prozent).

Viele bleiben in der Nähe

An den italienischen Universitäten studierten 6.560 Südtiroler, was 211 mehr als im Vorjahr (plus 3,3 Prozent) sind. Zusätzlich besuchten 164 in Südtirol ansässige Personen das Konservatorium „C. Monteverdi“, die Musikhochschule in Bozen. An den italienischen Universitäten studierten deutlich mehr Frauen als Männer (3.885 gegenüber 2.675).

Fast die Hälfte der in Italien-Studenten wählte eine Universität in Wohnortnähe (ohne Musikkonservatorium Bozen). 46,1 Prozent studierten in der Region Trentino-Südtirol, davon 36,1 Prozent in Südtirol und zehn Prozent in Trient. Im Einzelnen besuchten 26,8 Prozent die Freie Universität Bozen, 7,9 Prozent die Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ und 1,5 Prozent die Philosophisch-Theologische Hochschule in Brixen.

Außerhalb der Region wählten die Südtiroler Studenten am häufigsten die Universitäten Verona (sechs Prozent), Padua (4,8 Prozent) sowie Bologna und Mailand (je 4,1 Prozent). 34,8 Prozent waren an anderen italienischen Universitäten (15,4 Prozent) oder an einer Fernuniversität (19,4 Prozent) eingeschrieben.

Am häufigsten gewählt wurden die Studienbereiche Erziehungs- und Bildungswissenschaften (15,8 Prozent), Gesundheitswesen und Pharmakologie (15,7 Prozent) sowie Wirtschaft und Statistik (14,4 Prozent).

Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 24,2 Prozent der Südtirolerinnen entschieden sich für Erziehungs- und Bildungswissenschaften und 17,7 Prozent für Gesundheitswesen und Pharmakologie. Die Männer wählten hingegen besonders häufig Wirtschaft und Statistik (18,1 Prozent) sowie Ingenieurwesen und Informationswissenschaften (15,9 Prozent).

Im Laufe des Jahres 2024 haben 528 Männer und 878 Frauen, die in Südtirol ansässig sind, ihr Studium an einer italienischen Universität abgeschlossen. Das entspricht nahezu dem Vorjahreswert (plus 0,4 Prozent). Rund 35 Prozent dieser Absolventen erwarben ihren Abschluss in Südtirol. 

Weniger Studenten in Österreich

An öffentlichen Universitäten in Österreich waren 6.117 Südtiroler eingeschrieben, was ein Rückgang um 176 Personen gegenüber dem Vorjahr ist. Zu beachten ist, dass zusätzlich zahlreiche in Südtirol ansässige Personen an Österreichs Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen oder Privatuniversitäten studieren (insgesamt 720 Personen).

Beliebtester Studienort bleibt Innsbruck: In der Tiroler Landeshauptstadt waren 60,6 Prozent aller in Österreich studierenden Südtiroler eingeschrieben. Es folgen Wien mit 30,3 Prozent sowie mit deutlichem Abstand Graz (7,6 Prozent) und Salzburg (3,1 Prozent). Die verbleibenden 2,3 Prozent verteilen sich auf Linz, Klagenfurt und Leoben.

Am häufigsten studierten die Südtiroler in Österreich Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen (1.023 Personen beziehungsweise 16,7 Prozent). Es folgten Pädagogik (909 Personen, 14,9 Prozent), Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe (896 Personen, 14,6 Prozent), Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik (872 Personen, 14,3 Prozent) sowie Geisteswissenschaften und Künste (844 Personen, 13,8 Prozent). Etwas kleinere Anteile entfielen auf Wirtschaft, Verwaltung und Recht (12,7 Prozent) sowie Gesundheit und Sozialwesen (11,9 Prozent). 9,8 Prozent waren in andere Studiengänge eingeschrieben. Auch hier zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen entschieden sich vor allem für Pädagogik (20 Prozent), Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen (18,9 Prozent) sowie Geisteswissenschaften und Künste (17,1 Prozent). Männer wählten häufiger Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe (22,2 Prozent), gefolgt von Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik (15,8 Prozent), beides MINT-Bereiche.

Im Studienjahr 2023/24 haben 1.114 Südtiroler Studenten, 505 Männer und 609 Frauen, ihr Studium an Österreichs öffentlichen Universitäten abgeschlossen. 59,7 Prozent der Abschlüsse wurden in Innsbruck erworben und 27,9 Prozent in Wien. Die restlichen 12,4 Prozent entfielen auf die anderen Studienorte. Von diesen  Absolventen erlangten 16,9 Prozent ihren Abschluss in Pädagogik, 16,2 Prozent in Ingenieurwesen, verarbeitendem Gewerbe und Baugewerbe, 15,6 Prozent in Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen und 13,6 Prozent in Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik. Zusätzlich haben 176 Südtiroler einen Abschluss an sonstigen Universitäten oder Hochschulen in Österreich erworben.

Frauen gehen häufiger an die Universität

Die Übertrittsquote zeigt, dass sich 58,6 Prozent der Südtiroler Oberschulabsolventen des Schuljahres 2023/24 im Studienjahr 2024/25 erstmals an einer Universität in Italien oder Österreich immatrikuliert haben.

Der Übertritt ins Hochschulstudium erfolgt bei Frauen häufiger: 63,3 von 100 Oberschulabsolventinnen entschieden sich für ein Studium, bei den Männern waren es 53 von 100. An italienischen Universitäten haben sich 41,8 Prozent aller Maturantinnen und 33,2 Prozent aller Maturanten eingeschrieben. Auch an den österreichischen Universitäten war der Anteil der Studienanfängerinnen höher (21,5 Prozent gegenüber 19,8 Prozent).

Auch die Universitätsbesuchsquote bestätigt dieses Bild: Im Bezugsjahr waren 30,1 von 100 in Südtirol ansässigen Personen im Alter von 19 bis 25 Jahren an einer italienischen oder österreichischen Hochschule eingeschrieben. Bei den Frauen lag die Quote mit 35,7 Prozent deutlich über jener der Männer (25 Prozent). Besonders deutlich war der Unterschied bei den in Italien Studenten: 19,4 Prozent der Frauen gegenüber 12,1 Prozent der Männer. Auch in Österreich waren mehr Frauen als Männer aus Südtirol eingeschrieben (16,3 Prozent gegenüber 12,9 Prozent).

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