Landesregierung bestätigt Probleme mit ausländischen Schwarzfahrern

Kontrolleure bestätigen Vorfall auf Linie Meran–Bozen
Das Kontrollteam der STA bestätigt in der offiziellen Antwort ausdrücklich, dass es in dem von UT24 berichteten Zeitraum tatsächlich zu einer Kontrolle auf der Strecke Meran–Bozen gekommen ist.
Laut Südtiroler Landesregierung seien die Personalien des afrikanischen Fahrgastes „mit Sicherheit überprüft und anhand eines gültigen Dokuments festgehalten“ worden. Außerdem sei ein Strafmandat ausgestellt worden.
Tausende Schwarzfahrer jedes Jahr
Die durch die Landtagsanfrage veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Schwarzfahren in Südtirol ein massives Problem bleibt. Allein im Jahr 2025 wurden im außerstädtischen Bereich sowie durch die neue Kontrolleinheit der STA insgesamt 4.797 Strafen verhängt. Dabei wurden rund 228.000 Euro eingenommen.
Bei SASA kamen zusätzlich weitere 3.367 Strafen hinzu. Dort wurden im Jahr 2025 insgesamt 133.241 Euro eingenommen – wobei dieser Betrag auch offene Strafen aus früheren Jahren beinhaltet.
Bereits in den Jahren 2023 und 2024 waren laut früherer Anfrage insgesamt 15.235 Strafen im städtischen und vorstädtischen Busverkehr ausgestellt worden. Im außerstädtischen Bereich waren es weitere 1.748 Strafen.
Hunderte Strafen können nicht zugestellt werden
Besonders aufschlussreich sind die Zahlen zu nicht zustellbaren Strafzetteln. Laut Landesregierung konnten allein im Jahr 2025 bei SASA 848 Strafen nicht zugestellt werden, bei der STA weitere 120. Für die privaten Buslose liegen laut dem Land noch keine vollständigen Daten vor.
Die Süd-Tiroler Freiheit sieht sich dadurch in ihrer Kritik bestätigt. Denn genau dieser Eindruck war auch im ursprünglichen UT24-Bericht entstanden: Ausländische Schwarzfahrer können teilweise falsche oder unvollständige Angaben machen, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen.
Polizei wird nur „nach Ermessen“ gerufen
Interessant ist auch die Antwort von Landesrat Daniel Alfreider auf die Frage, wann die Polizei eingeschaltet wird. Laut ihm liege dies „im Ermessen des Busfahrers bzw. Kontrollpersonals“.
Zwar könnten Kontrolleure eine Identitätsprüfung durchführen, allerdings nur dann, wenn der Fahrgast kooperiere. Falls dies nicht der Fall sei, würden die Ordnungskräfte gerufen. Sind diese jedoch nicht verfügbar und macht der Fahrgast keine Angaben zu seiner Person, werde er lediglich aufgefordert, den Bus zu verlassen – sofern es sich nicht um Minderjährige handelt.
Landesregierung kündigt härtere Maßnahmen an
Als Reaktion auf die zunehmenden Probleme verweist die Südtiroler Landesregierung auf mehrere Maßnahmen. So wurde Ende Oktober 2024 erstmals eine eigene landesweite Kontrolleinheit der STA eingerichtet. Zusätzlich seien die Kontrollen auf den Stadtlinien verstärkt worden.
Außerdem wurden die Strafen für Schwarzfahrer inzwischen erhöht. Wiederholten Problemfahrgästen könne laut Landesrat Daniel Alfreider künftig sogar digital die Fahrtberechtigung entzogen werden. Ein generelles Fahrverbot für bestimmte Buslinien sei allerdings rechtlich und praktisch nicht umsetzbar.
Die Debatte um Schwarzfahrer im öffentlichen Nahverkehr dürfte damit aber noch lange nicht beendet sein.






