„Tutto Gas“ mit positiver Bilanz seitens der Stadt Lignano

26.000 Jugendliche sind nach Angaben der Gemeinde zu Pfingsten nach Lignano gereist. Viele von ihnen wollten unter dem Motto „Tutto Gas“ Partys feiern. Allein am Freitag registrierte die Stadt nach Angaben des touristischen Erfassungssystems rund 19.000 Ankünfte aus Österreich.
Außerdem befanden sich am Samstag mehr als 61.000 italienische Besucher in der Badeortschaft. Die Zahlen basieren auf der Auswertung von Mobilfunkdaten.
Österreicher angezeigt
Zentrum der Feierlichkeiten war auch am Sonntagabend der Hauptplatz Piazza della Fontana, wo es zu einigen Polizeieinsätzen kam. Die Behörden meldeten Vorfälle im Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum, kleinere Diebstähle, Schlägereien und Fälle von Ruhestörung. Auch in Wohngebieten nahe der Partymeile kam es zu Spannungen. Dort sollen Glasflaschen von Balkonen geworfen worden sein. Die Polizei griff mehrfach ein, um die Lage zu beruhigen.
Laut den Carabinieri wurde ein 19-jähriger Österreich wegen Besitzes eines Klappmessers mit einer 17 cm langen Klinge angezeigt. Ein 41-jähriger Mann aus Friaul wurde an Bord eines Ferrari mit österreichischem Kennzeichen kontrolliert und infolge seines positiven Alkoholtests mit einer Verwaltungsstrafe belegt. Der Führerschein wurde eingezogen, während das Fahrzeug einem Abschleppdienst übergeben wurde. Gegen 14 Österreicher wurden Bußgelder wegen lauter Musik zu Nachtstunden, wegen unzüchtiger Handlungen in der Öffentlichkeit und wegen Urinierens in der Öffentlichkeit verhängt.
Trotz der Vorfälle zog die Stadtverwaltung eine insgesamt positive Bilanz. Der Sicherheitsbeauftragte Alessio Codromaz erklärte, die Situation sei im Vergleich zu früheren Pfingstwochenenden besser kontrollierbar gewesen. Die Einsätze standen überwiegend im Zusammenhang mit Alkoholkonsum oder Auseinandersetzungen. Krankenhausbehandlungen waren nach Behördenangaben nicht erforderlich.
Bürgermeisterin Laura Giorgi sprach von einem „über Jahre aufgebauten System“, das in enger Zusammenarbeit zwischen Präfektur, Polizei, Rettungsdiensten und der Ortspolizei entwickelt worden sei. Unterstützung habe es in diesem Jahr auch von Polizeieinheiten aus umliegenden Gemeinden sowie von Hundestaffeln gegeben. Ziel sei es gewesen, die Risiken so weit wie möglich zu reduzieren und gleichzeitig sowohl die Sicherheit der meist jungen österreichischen und deutschen Touristen als auch den Respekt gegenüber der Stadt und anderen Urlaubsgästen zu gewährleisten, erklärte Giorgi. Sie dankte den Einsatzkräften, darunter auch der österreichischen Polizei sowie den zusätzlichen Beamten der Kommunalpolizei.
Trotz des zum Großteil ruhigen Verlauf des Pfingstwochenende fehlte es nicht an Diskussionen unter den Einheimischen. „Auch dieses Jahr ist es zur Barbareninvasion gekommen. Die Gewinne bleiben bei den Lokalbetreibern, die Schäden trägt die Gemeinde Lignano: Ein fragwürdiges Geschäft“, kommentierte eine Einwohnerin auf Facebook.
Zusätzliche Maßnahmen bei Rückreise
Für Pfingstmontag – der erste größere Rückreise-Tag – sind zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen vorgesehen. Geplant sind mehr Personal zur Verkehrslenkung sowie ein Pannendienst auf der Autobahn A23 Udine-Tarvisio.
Da für Schwerfahrzeuge in Österreich ein Fahrverbot gilt, wurden außerdem zusätzliche Parkmöglichkeiten am Grenzterminal Pontebba sowie im Industriegebiet von Amaro eingerichtet.
apa
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