von ih 22.05.2026 15:22 Uhr

Umfahrung Kiens nimmt Form an

In Kiens ist ein bedeutender Meilenstein für die Verkehrsinfrastruktur im Pustertal erreicht worden: Am Donnerstag wurde die letzte Tunnelwand des Haupttunnels der neuen Umfahrung durchbrochen. Damit ist der Ausbruch der rund 900 Meter langen Galerie abgeschlossen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur künftigen Entlastung des Dorfzentrums. Die Verkehrsfreigabe ist nach aktuellem Stand für Herbst 2027 geplant.

Gruppenfoto unmittelbar nach dem Durchbruch des Tunnels.- Foto: LPA/Ingo Dejaco.

Zahlreiche Bürger verfolgten den symbolischen Durchbruch vor Ort. Mit dabei waren unter anderem der Südtiroler Landesrat für Mobilität und Infrastrukturen Daniel Alfreider, Kienser Bürgermeister Markus Mitterhofer sowie Vertreter der beteiligten Bauunternehmen und Fachleute der Landesverwaltung.

„Mit diesem Durchbruch setzen wir einen konkreten Schritt, um den Ortskern von Kiens zu entlasten, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern“, erklärte Alfreider. Gleichzeitig betonte er, dass ein Bauprojekt dieser Größenordnung auch Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringe. Sein Dank gelte daher allen Beteiligten – von den Anwohnern über die Gemeinde bis hin zu Technikern und Arbeitern auf der Baustelle.

Die Arbeiten an der Umfahrung laufen bereits seit 2022. Nach dem vollständigen Abschluss des Tunnelausbruchs beginnt nun die nächste Bauphase: Derzeit wird an der Abdichtung und dem Innenausbau mit Stahlbeton gearbeitet. Parallel dazu entstehen das Westportal sowie eine künstliche Galerie. Zudem wird die Hochspannungsleitung des italienischen Netzbetreibers durch den Tunnel verlegt. Auch Maßnahmen zur Bodenverbesserung für den zentralen Fluchtstollen werden umgesetzt.

Das Bauprojekt gilt technisch als besonders anspruchsvoll, da die Trasse unter dem Siedlungsgebiet von Kiens verläuft. Während der Bauphase sind daher umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Ein kontinuierliches Monitoringsystem überwacht mögliche Bewegungen im Untergrund und soll Schäden an Gebäuden verhindern.

„Beim Tunnelbau unter einem bewohnten Gebiet stehen Präzision und Sicherheit im Vordergrund“, so Alfreider weiter. Ziel sei es, den Durchzugsverkehr künftig deutlich aus dem Ortszentrum zu verlagern und damit sowohl die Sicherheit als auch die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Die Kosten für die Umfahrung belaufen sich derzeit auf rund 82 Millionen Euro. Durch zusätzliche technische Anpassungen wird inzwischen mit Gesamtausgaben von etwa 84 Millionen Euro gerechnet. Mitfinanziert wird das Projekt durch den Fonds für Entwicklung und Kohäsion (FSC), der rund 25 Millionen Euro beisteuert.

Mit der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2027 soll ein großer Teil des Verkehrs künftig am Dorfzentrum vorbeigeführt werden – ein Schritt, von dem sich Gemeinde und Bevölkerung eine spürbare Entlastung versprechen.

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