AEB-Tagung in Bozen: Neue Wohnformen für Menschen mit Behinderung

Ziel der Veranstaltung war es, einen Überblick über aktuelle Entwicklungen zu geben und neue Ansätze für inklusives Wohnen zu beleuchten. Ein zentrales Ergebnis der Tagung ist ein gemeinsam erarbeiteter Zielekatalog, der sich insbesondere an Politik und Verwaltung richtet. Dieser soll die Grundlage schaffen, um geeignete Wohnstrukturen in allen Gemeinden Südtirols besser zugänglich und umsetzbar zu machen.
Fehlende Wohnstrukturen im Fokus
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Diskussion war das weiterhin unzureichende Angebot an Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Die im Landessozialplan vorgesehenen Zahlen seien bislang nicht erreicht worden. Auch Angebote wie Kurzzeitpflege und Notbetten fehlen laut AEB vielerorts.
Der AEB fordert seit Jahren den Ausbau entsprechender Strukturen, um eine professionelle Pflege- und Betreuungsarbeit sicherzustellen. Dabei seien auch neue Wege in der Ausbildung von Fachkräften sowie faire Bedingungen für Pflegepersonal eine grundlegende Voraussetzung.
Leistbares Wohnen als zentrale Herausforderung
Ein weiterer Schwerpunkt des Zielekatalogs ist das leistbare Wohnen für Menschen mit Behinderung, unabhängig von der jeweiligen Pflegestufe. Die angespannte Wohnungssituation in Südtirol treffe insbesondere Menschen mit Behinderung und ihre Familien besonders stark.
Gefordert wird daher ein rasches Handeln der Politik, um sozialraumorientierte Wohnmöglichkeiten in jeder Gemeinde Südtirols zu schaffen.
Beispiele für neue Wohnformen
Im Rahmen der gut besuchten Tagung wurden verschiedene Wohnmodelle vorgestellt, darunter Mehrgenerationenhäuser sowie Wohngemeinschaften mit begleiteten Übungsangeboten für junge Menschen mit Behinderung. Positiv hervorgehoben wurde, dass es in Südtirol bereits funktionierende Wohnformen gibt, die Selbstständigkeit fördern und inklusives Wohnen ermöglichen.
AEB-Präsidentin Angelika Stampfl betonte, dass durch die Impulsreferate Einblicke geschaffen, Netzwerke geknüpft und neue Wohnmöglichkeiten vorgestellt worden seien. Gleichzeitig sei ein Ausbau dringend notwendig, da Südtirol bei den fehlenden Wohnplätzen noch großen Handlungsbedarf habe.
Appell an Familien und Politik
Nach der Tagung will der AEB weiterhin verstärkt auf Sensibilisierung setzen. Familien sollen sich frühzeitig mit Wohnlösungen für Angehörige mit Behinderung auseinandersetzen, um schwierige Situationen zu vermeiden.
Abschließend erklärte AEB-Vizepräsidentin Irmhild Beelen, der Verband setze sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung nicht nur ein Dach über dem Kopf haben, sondern ein echtes Zuhause – als Mittelpunkt eines würdevollen, erfüllten Arbeits- und Freizeitlebens.






