von lif 13.05.2026 19:18 Uhr

Ein Ticket für ganz Europa

Die EU Kommission möchte das Bahnfahren in Europa einfacher machen. Mit neuen Vorschlägen sollen Reisende künftig mit einem einzigen Ticket quer durch Europa fahren können, ohne sich durch verschiedene Buchungssysteme kämpfen zu müssen.

Bild: APA/dpa

Am Mittwoch präsentierte die Brüsseler Behörde die entsprechenden Pläne, die unter dem Namen „Single Ticketing“ bekannt sind. Bisher klagen viele Reisende, dass eine Zugfahrt mit mehreren Etappen und Anbietern oft kompliziert und unübersichtlich ist. Eine aktuelle Eurobarometer Umfrage zeigt, dass ein Viertel der Befragten Schwierigkeiten bei der Buchung solcher Tickets hat. 43 Prozent verzichten gleich ganz auf grenzüberschreitende Bahnreisen, weil ihnen der Aufwand zu groß ist.

Mehr Transparenz und faire Preise

Künftig sollen Reisende mit ÖBB, Deutscher Bahn oder Trenitalia in einer einzigen Buchung durchgehend fahren können. Erhältlich werden diese Tickets sowohl direkt bei den Bahnunternehmen als auch auf Online Plattformen sein, wo Reisende verschiedene Angebote vergleichen und kombinieren können. Alle Plattformen müssen die Angebote neutral und transparent darstellen. Die Bahnunternehmen sind verpflichtet, ihre Tickets auch über andere Plattformen verkaufen zu lassen, und müssen Fahrkarten anderer Anbieter mit aufnehmen.

Die EU Kommission verspricht sich davon nicht nur einen Boom beim Bahnverkehr, sondern auch günstigere Preise. Bislang gehörten die größten Online Ticketdienste den Bahnunternehmen selbst, die wenig Interesse daran hätten, ihre Konkurrenten gut sichtbar zu machen.

Volle Fahrgastrechte bei Problemen

Ein wichtiger Punkt betrifft die Fahrgastrechte. Wer mit einem Single Ticket reist und einen Anschluss verpasst, soll künftig vollen Anspruch auf Entschädigung, Umbuchung und im Notfall auch auf Übernachtung und Verpflegung haben. Die Kosten muss jenes Bahnunternehmen tragen, das die Verspätung oder den Ausfall verursacht hat. Bisher gibt es zwar Vereinbarungen zwischen den Bahnen, diese sind allerdings nicht verpflichtend.

Umsetzung steht noch aus

Bevor die Pläne Realität werden, müssen ihnen die EU Länder und das EU Parlament zustimmen. Der zuständige Kommissionsbeamte zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Vorschläge rasch in Kraft treten könnten. Innerhalb von zwölf Monaten nach Inkrafttreten der Verordnung müssen dann alle Online Fahrkartendienste die verfügbaren Schienenverkehrsdienste in ihrem Land vollständig in ihre Suchergebnisse integrieren.

APA/UT24

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