Hipp-Erpresser soll auch Gehaltszettel gefälscht haben

Sein Anwalt Manfred Arbacher Stöger bestätigte am Mittwoch, dass sein Mandant „mit nicht ganz integeren Mitteln bessere Konditionen“ erhalten habe. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wollte den Bericht nicht kommentieren. Der Verdächtige sitzt seit gut einer Woche in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Eisenstadt.
Brisant ist die Vorgeschichte des Mannes. Er war einst Mitarbeiter bei Hipp, sein Dienstverhältnis soll einvernehmlich aufgelöst worden sein. Laut Zeitungsbericht, der sich auf Auswertungen seines ehemaligen Dienstcomputers stützt, soll er seine Lohnzettel manipuliert und sich damit bei einer slowakischen Bank Kredite erschlichen haben. Mit dem Geld habe er unter anderem kurz vor seiner Festnahme ein Grundstück in Salzburg gekauft. Besonders auffällig: Das Drohschreiben an Hipp soll genau eine Stunde vor seinem Entlassungsgespräch abgeschickt worden sein.
Sein Anwalt sieht in den gefälschten Gehaltszetteln keinen Betrug. „Er hat dadurch bessere Konditionen bekommen, mit nicht ganz integeren Mitteln“, erklärte Arbacher Stöger. Sein Mandant habe die Kredite ganz normal bedienen können und hätte sie auch mit seinem tatsächlichen Gehalt bekommen. Der Verteidiger bleibt überzeugt, dass die Ermittlungen die Unschuld seines Mandanten ans Licht bringen werden. Bisher sei „nichts gefunden worden“. Auch das bei der Hausdurchsuchung sichergestellte Rattengift sei ein anderes als jenes, das im Hipp Glas entdeckt wurde.
Haftprüfung steht bevor
Gegen den Verdächtigen wird weiterhin wegen versuchter schwerer Erpressung, vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Das im Burgenland sichergestellte Hipp Glas enthielt laut Untersuchungen 15 Mikrogramm Rattengift. Ein Gutachten kam zum Schluss, dass der Verzehr zwar nicht lebensgefährlich gewesen wäre, die Dosis aber hoch genug, um gesundheitliche Folgen zu verursachen. Am kommenden Dienstag steht die Haftprüfung an, die nach 14 Tagen Untersuchungshaft vorgesehen ist.






