Menschen auch in normalem Sommer von Hitze belastet

Die berichteten Belastungen waren Unwohlsein, Unruhe, Zurückgezogenheit, schlechterer Schlaf oder körperliche Beschwerden, erläuterte Andrea Schmidt, Abteilungsleiterin Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der GÖG.
Mehr als jede dritte Person (35 Prozent) schlief im Sommer 2025 aufgrund der Hitze schlechter, im Sommer 2024 waren es 60 Prozent, zeigen die Umfragedaten eines noch nicht veröffentlichten GÖG-Berichts. „Hitze ist kein Ausnahmeproblem, sondern betrifft den Alltag und die Arbeitsfähigkeit vieler Menschen sowie die Vereinbarkeit von Betreuungsaufgaben und Erwerbsarbeit“, sagte Schmidt.
Hitzeschutzverordnung wird wirksam
„Die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze sind mittlerweile ganz deutlich. Internationale Studien zeigen: hohe Temperaturen verringern die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit“, betonte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). „Besonders betroffen sind Menschen, die im Freien arbeiten.“ Auch das Hautkrebsrisiko sei ein Thema. Der nationale Hitzeschutzplan werde laufend weiterentwickelt, sagte Schumann.
Seit Jahresbeginn gilt die Hitzeschutzverordnung, die ab diesem Sommer erstmals praktisch wirksam wird. Arbeitgeber müssen für Arbeiten im Freien einen Hitzeschutzplan bereitstellen und bei einer Hitzewarnung der Geosphere Austria ab Stufe 2 („Vorsicht, gelb“, 30-34 Grad Celsius) die darin festgelegten Maßnahmen verpflichtend umsetzen. Für die Kontrolle sei die Arbeitsinspektion zuständig, es gebe aber auch noch eine Beratungsphase, erläuterte Schumann.
„Wir merken bei mehreren Tagen über 30 Grad, dass entsprechend die Ausfahrten und Einsätze steigen“, sagte Georg Geczek, Landesrettungskommandant des Wiener Roten Kreuzes. Der zweite Aspekt sei, „dass die Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst, die den betroffenen Menschen Hilfe leisten, selbst unter massiv erschwerten Bedingungen arbeiten.“ Das Rote Kreuz habe daher bereits 2025 einen Hitzeschutzplan im Rettungsdienst entwickelt. Es werden etwa Getränke zur Verfügung gestellt, Pausen an gekühlten Orten eingeteilt und analysiert, ob Mitarbeiter in Gruppen fallen, die von Hitze stärker betroffen sind. „Helferinnen und Helfer können nur helfen, wenn sie selber fit sind“, betonte Geczek.
Frühere Ausnahmen nun neue Normalität
Eine Kaltfront habe zwar die Eisheiligen am Montag pünktlich eingeleitet, erläuterte Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor der Geosphere Austria. Aber: „Die Hitzebelastung in Österreich hat in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen.“
Seit der Klimaperiode im vorindustriellen Zeitalter von 1850 bis 1900 habe sich die Erdatmosphäre global um 1,3 Grad erwärmt, aber lokal in Österreich aufgrund der geografischen Lage um 3,1 Grad. Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad, Tropennächte mit nicht weniger als 20 Grad und Hitzewellen haben bereits zugenommen.
„Was früher als Ausnahme galt, ist heute die neue Normalität“, betonte Schaffhauser. „Ohne konsequenten Klimaschutz werden wir 40 bis 50 Hitzetage im Mittelwert Ende des Jahrhunderts haben. Also was jetzt die Spitzenwerte sind, ist am Ende des Jahrhunderts der Mittelwert. In vielen Regionen Österreichs wird das der Normalfall werden, wir reden dann von Rekorden von 60 bis 80 Hitzetagen“, warnte der Wissenschafter.
apa






