von lif 11.05.2026 13:54 Uhr

Brücke über die Alpen: Der Auftakt des Alps Brass Festivals 2026

Am 23. und 24. Mai wird Bozen zum Treffpunkt der internationalen Brass Band Szene. Im Mittelpunkt des Alps Brass Festivals steht ein Auftritt der weltweit gefeierten Cory Band aus Wales. Organisiert wird die Veranstaltung von der Brass Band Bozen Überetsch.

Die Brass Band Bewegung führt in Italien bislang ein Schattendasein. Während das Land in Sachen Oper und Orchestermusik weltweit Maßstäbe setzt, blieb das spezielle Zusammenspiel aus Kornetten, Althörnern und Baritonen lange Zeit einer kleinen Gruppe engagierter Ensembles vorbehalten. Eine wichtige Rolle in dieser Nische spielt die Brass Band Bozen Überetsch, die mit dem neuen Festival nun ein klares Zeichen setzen möchte.

Austausch statt Konkurrenzkampf

Die Veranstalter wollen mit dem Alps Brass Festival bewusst neue Wege gehen. Statt auf das übliche Schwarz oder Weiß traditioneller Wettbewerbe zu setzen, stehen Austausch und musikalische Weiterentwicklung im Vordergrund. Künftige Ausgaben sollen einen offenen Wettbewerb für alle Kategorien beinhalten, bei dem die teilnehmenden Bands professionelles Feedback und konkrete Anreize erhalten. Die Premiere 2026 setzt jedoch zunächst voll und ganz auf künstlerische Qualität.

Star-Gast aus Wales

Für den großen Auftakt konnten die Organisatoren eines der renommiertesten Ensembles der Welt nach Südtirol holen: die Cory Band aus Wales. Die mehrfachen Welt- und Europameister bestreiten das Galakonzert am Samstag, 23. Mai, sowie eine Matinee am Sonntag. Beide Auftritte sollen mehr sein als bloße Konzerte. Sie sind als Inspiration gedacht, sowohl für lokale Musiker als auch für das Publikum in einer Region, in der solche Begegnungen selten sind.

Eigens für das Festival wurde beim jungen Südtiroler Komponisten Tobias Psaier ein Werk für doppelte Brass Band in Auftrag gegeben. Psaier ist selbst Schlagzeuger und ehemaliges Mitglied der Brass Band Bozen Überetsch. Sein Stück trägt den Titel „Tensegrity“ und greift ein Prinzip aus dem Bauwesen auf: ein theoretisch unmögliches, aber äußerst belastbares Konstruktionsprinzip, bei dem sich Zug und Druck gegenseitig stabilisieren. Genau dieses Wechselspiel lässt sich auch in der Musik wiederfinden.

Ein Festival zur richtigen Zeit

Der Zeitpunkt des Festivals ist kein Zufall. Die Brass Band Bozen Überetsch erlebt gerade eine historische Phase: Nach zwei Titeln in der Challenge Section der Europameisterschaften steht der nächste große Schritt bevor. Während sich der Blick der Fachwelt heuer auf die European Brass Band Championships in Linz richtet, haben die Südtiroler bereits das Jahr 2027 im Visier. Dann werden sie Italien bei den Meisterschaften im schweizerischen Montreux vertreten und damit in der höchsten europäischen Wettbewerbsklasse mitspielen.

Südtirol als Brücke zwischen zwei Musikwelten

Dass das Festival in Südtirol stattfindet, hat einen besonderen Hintergrund. Die Region liegt strategisch zwischen germanischer und lateinischer Musiktradition und bildet damit die ideale Brücke für ein solches Projekt. In einem Land, in dem die Brass Band Bewegung noch um ihren Platz ringt, will das Engagement der Bozner Musiker als wichtiges Sprachrohr dienen.

Mit dem Alps Brass Festival holt die Brass Band Bozen Überetsch nicht nur die Weltspitze in die Dolomiten, sondern schafft auch ein langfristiges Zuhause für die gesamte Bewegung. Vormerken sollte man sich also den 23. und 24. Mai, wenn die musikalische Brücke über die Alpen offiziell eröffnet wird.

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