von mmh 03.05.2026 10:13 Uhr

Paul-Flora-Preis 2026 geht an Gregor Sailer

Der Tiroler Künstler Gregor Sailer ist mit dem Paul-Flora-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis würdigen Nord- Ost- und Südtirol herausragende Leistungen im Bereich der zeitgenössischen bildenden Kunst.

Gregor Sailer erhält den Paul-Flora-Preis 2026. (Bild: © Patrick Saringer)

Die offizielle Preisverleihung findet am 14. September im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol statt. Überreicht wird die Auszeichnung von Tirols Landeshauptmann Anton Mattle sowie Südtirols Kulturlandesrat Philipp Achammer.

International anerkannter Fotograf

Der 1980 in Schwaz geborene und in Vomp lebende Sailer gilt als international anerkannter Fotograf. Bekannt wurde er vor allem durch seine fotografischen Langzeitprojekte, in denen er mit einer analogen Fachkamera Orte dokumentiert, die der Öffentlichkeit meist verborgen bleiben. Dazu zählen etwa militärische Trainingsanlagen, abgeschottete Forschungs- und Militäreinrichtungen in der Arktis oder hochmoderne, KI-gesteuerte Anlagen zur Nahrungsmittelproduktion.

Mit Werkserien wie „Closed Cities“, „The Potemkin Village“ oder „The Polar Silk Road“ sorgte er weltweit für Aufmerksamkeit. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Londoner Naturhistorischen Museum sowie beim renommierten Fotofestival Rencontres d’Arles gezeigt. 2022 widmete ihm das Kunsthaus Wien eine umfassende Retrospektive. Sein aktuelles Projekt „Cockaigne“ ist derzeit im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen und beschäftigt sich mit der Zukunft der Welternährung im Kontext von Klimakrise und Bevölkerungswachstum.

Kunst zwischen Forschung und Gesellschaft

Landeshauptmann Anton Mattle betont die Bedeutung von Sailers Arbeit: „Mit Gregor Sailer zeichnen wir einen Künstler aus, der mit seinen fotografischen Langzeitprojekten neue Perspektiven eröffnet und gesellschaftlich relevante Themen aufgreift.“

Auch Kulturlandesrat Philipp Achammer hebt die internationale Strahlkraft hervor: „Gregor Sailers Werke zeugen von großer künstlerischer Sensibilität und machen komplexe Zusammenhänge sichtbar.“

Preis mit Tradition

Der Paul-Flora-Preis wird seit 2010 abwechselnd von Tirol und Südtirol verliehen und erinnert an den 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora. Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die Tiroler Künstlerin Margarethe Drexel aus Steeg im Lechtal.

Mit der diesjährigen Verleihung würdigen Tirol und Südtirol erneut einen Künstler, der mit seinem Werk gesellschaftliche Herausforderungen aufgreift und die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Dokumentation überschreitet.

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