von ih 02.05.2026 09:43 Uhr

1. Mai in Völs: ASGB fordert Würde, Sicherheit und Zukunft

Bei strahlendem Frühlingswetter hat der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) am 1. Mai seine traditionelle Maifeier auf dem Festplatz in Völs begangen. Der Platz war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung ausgelassen. Mitglieder, Familien, politische Vertreter und zahlreiche Gäste folgten der Einladung und machten die Veranstaltung zu einem gut besuchten Fest des Zusammenhalts.

Foto: ASGB

„Mit Fleiß und Verlässlichkeit Südtirol am Laufen halten“

Die ASGB-Feier präsentierte sich einmal mehr als Mischung aus politischer Kundgebung und Familienfest. Während Kinder sich an Spielmöglichkeiten erfreuten, sorgten Verpflegung und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für eine gesellige Atmosphäre. Ein besonderer Höhepunkt war die große Verlosung, die zusätzlich zur guten Stimmung beitrug.

Im Zentrum stand jedoch die Festrede von ASGB-Vorsitzendem Tony Tschenett, der den Tag der Arbeit für eine deutliche Standortbestimmung nutzte. Der 1. Mai sei kein Anlass für symbolische Worte, sondern ein Tag, um die Leistung der Arbeitnehmer hervorzuheben. „Es sind die Menschen, die mit Fleiß und Verlässlichkeit Südtirol am Laufen halten“, betonte Tschenett.

Soziale Spannungen im Land

Gleichzeitig warnte er vor wachsenden sozialen Spannungen. Trotz wirtschaftlicher Stärke und hoher Touristenzahlen könnten sich immer mehr Einheimische das Leben im eigenen Land kaum noch leisten. Besonders junge Menschen und Fachkräfte würden Südtirol verlassen, weil sie mit hohen Wohnkosten, vergleichsweise niedrigen Löhnen und fehlenden Perspektiven konfrontiert seien.

Kritik übte der Gewerkschafter vor allem an den geltenden Kollektivverträgen auf nationaler Ebene. Diese würden den spezifischen Lebenshaltungskosten in Südtirol häufig nicht gerecht. Der ASGB fordert daher mehr regionale Gestaltungsmöglichkeiten bei Löhnen und Arbeitsbedingungen, um die tatsächliche wirtschaftliche Realität vor Ort besser abzubilden.

Auch die Situation der Rentner sprach Tschenett an. Viele Pensionen reichten angesichts steigender Preise nicht mehr aus. Wer jahrzehntelang gearbeitet habe, dürfe im Alter nicht in finanzielle Unsicherheit geraten. Eine angemessene Pension sei Ausdruck von Anerkennung und müsse sich auch finanziell widerspiegeln.

Dank den ASGB-Mitarbeitern

Neben den politischen Botschaften nutzte Tschenett die Gelegenheit, um den Mitarbeitern des ASGB für ihren Einsatz zu danken. Ihre tägliche Arbeit im Dienst der Arbeitnehmer verdiene Respekt, betonte er.

Die Veranstaltung in Völs zeigte einmal mehr, dass der 1. Mai beim ASGB nicht nur politischer Aktionstag, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis ist. Für den Gewerkschaftsbund bleibt der Tag der Arbeit zugleich Auftrag: Missstände aufzeigen, die Interessen der Arbeitnehmer vertreten und sich für ein Südtirol einsetzen, in dem Arbeit wieder Sicherheit und Zukunft bietet.

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