Südtirols Bauern: Positives Jahr, trübe Aussichten

Die Sennereien blicken mit Sorge auf steigende Energiekosten und sinkende Milchpreise. Die Kellereien wiederum befürchten Auswirkungen der Energiekrise auf die Nachfrage der Touristen. Gleichzeitig bremsen Zölle und steigende internationale Seefrachtkosten den Export. Das zeigt die jüngste Erhebung des Wirtschaftsbarometers vom WIFO, Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.
Besonders positiv fielen Rentabilität und Auszahlungspreise 2025 im Milchsektor aus. Die Umsatzentwicklung profitierte bis zum Herbst von den hohen Milchpreisen. Der seit dem vergangenen Quartal beobachtete Preisrückgang wird sich allerdings negativ auf das Geschäftsvolumen 2026 auswirken. Zudem treibt der Anstieg der Energiepreise infolge der Nahostkrise die Produktionskosten nach oben und beides belastet die Rentabilität der Sennereien sowie die Auszahlungspreise.
Größere Apfelernte in Europa
Auch der Obstsektor blickt auf ein positives Jahr 2025 mit guten Auszahlungspreisen zurück. Die europäische Apfelernte belief sich auf rund 11,3 Millionen Tonnen, was einem Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In Südtirol fiel der Anstieg mit zwei Prozent geringer aus. Die erste Hälfte der Vermarktungssaison 2025/26 verlief erwartungsgemäß. Die aktuellen Lagerbestände erfordern allerdings ein hohes Absatztempo in den kommenden Wochen, um mit bewältigbaren Mengen in den Sommer zu gehen. Die Verkaufspreise liegen derzeit etwas unter dem Vorjahresniveau.
Herausfordernd zeigen sich die Aussichten aufgrund des Irankriegs: Der Konflikt treibt die Kosten für Transport, Verpackung und Produktion in die Höhe. Zudem könnte die steigende Inflation die Kaufkraft der Konsumenten und damit auch den Apfelkonsum schwächen.
Weinkellereien
Die meisten Weinkellereien zeigen sich mit der Rentabilität 2025 sowie mit den Auszahlungspreisen an die Winzer zufrieden. Gebremst wurde die Umsatzdynamik allerdings durch die schwache Nachfrage am Südtiroler Markt. Die Verkäufe im übrigen Italien und im Ausland verliefen je nach Kellerei sehr unterschiedlich.
Für das laufende Jahr gibt es Befürchtungen, dass die Nachfrage seitens der Touristen und des HoReCa-Sektors (Hotels, Restaurants und Cafés) erneut zurückgehen könnte. Hinzu kommt die Ungewissheit über die Auswirkungen der Zölle auf die Exporte in die USA. Die meisten Kellereien zeigen sich dennoch zuversichtlich: Dank der guten Qualität der letzten Ernte und der gestiegenen Verkaufspreise sollen die Winzer auch heuer zufriedenstellende Auszahlungspreise erhalten.






