Leerstand in Bozen: Team K will leere Geschäfte neu nutzen

Die bekannten Ursachen sind laut der Initiative vielfältig: hohe Mieten, Online-Konkurrenz, große Kaufhäuser und sinkende Besucherzahlen. Was jedoch fehle, sei eine konkrete Reaktion der öffentlichen Verwaltung.
Gemeinde soll aktiv werden
Brancaglion und Cologna schlagen deshalb einen neuen Ansatz vor. Statt abzuwarten, dass der Markt die Leerstände selbst löst, solle die Gemeinde aktiv eingreifen. Konkret geht es darum, leerstehende Gewerbeflächen anzumieten und diese anschließend kostenlos oder zu günstigen Konditionen an Vereine des dritten Sektors, Stadtteilkomitees, junge Künstler und Handwerker weiterzugeben.
Als Instrument nennen sie Kooperationsvereinbarungen zwischen Gemeinde und lokalen Akteuren. Dieses Modell sei in anderen italienischen Städten bereits erprobt worden, etwa in Trient. Dabei würden gegenseitige Verpflichtungen sowie öffentliche Zwecke klar festgelegt.
Forderung nach Bestandsaufnahme und Fördermitteln
Der eingebrachte Beschlussantrag fordert den Bürgermeister und die Stadtregierung auf, eine systematische Bestandsaufnahme der Leerstände in stark frequentierten Zonen durchzuführen. Zudem soll eine Gemeindeordnung für die Auswahl und Zuweisung der Räume ausgearbeitet werden.
Auch finanziell soll das Vorhaben abgesichert werden: Vorgesehen ist ein eigener Haushaltsposten unter Prüfung europäischer und nationaler Fördermittel für Stadterneuerung, um Miet- und Anpassungskosten zu decken.
„Attraktivitätsverlust der öffentlichen Räume“
„Leere Schaufenster und geschlossene Rolladen sind nicht nur ein Problem des Handels“, erklärt Thomas Brancaglion. „Sie signalisieren einen Attraktivitätsverlust der öffentlichen Räume. Gleichzeitig suchen Kulturvereine, Bürgerkomitees und junge Handwerker Räume zum Arbeiten und Begegnen. Nachfrage und Angebot existieren beide: Die Gemeinde kann und soll die Brücke bauen.“
Auch Matthias Cologna betont die Notwendigkeit eines Eingreifens: „Die Gemeinde kann nicht tatenlos dem Niedergang des Stadtzentrums zusehen. Sie kann aktiv eingreifen – nicht um Private zu ersetzen, sondern damit die leerstehenden Räume wieder im Interesse der Gemeinschaft genutzt werden.“






