„Wir zahlen, andere kassieren?“- Neue Sozialhilfe-Zahlen sorgen für Aufregung

Im Sozialsprengel Mittelvinschgau – bestehend aus den Gemeinden Kastelbell-Tschars, Latsch, Laas, Schlanders und Martell – lag der Ausländeranteil Ende 2024 bei durchschnittlich 8,4 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr 2025 stellten jedoch 43,75 Prozent der Bezieher finanzieller Sozialhilfe keine italienischen Staatsbürger dar. Diese Gruppe erhielt insgesamt 48,96 Prozent der ausbezahlten Geldmittel.
Entwicklung über Jahre zeigt deutlichen Anstieg
Ein Blick auf die vergangenen Jahre verdeutlicht die Entwicklung: 2015 lag der Anteil der Sozialleistungen für Nicht-Italiener im Mittelvinschgau noch bei rund 39 Prozent, während 31,4 Prozent der unterstützten Personen Ausländer waren. Gleichzeitig stieg der Ausländeranteil in der Bevölkerung der fünf Gemeinden innerhalb von zehn Jahren von durchschnittlich 5,2 Prozent auf 8,4 Prozent.
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch im Obervinschgau. In den Gemeinden Graun, Glurns, Mals, Schluderns, Taufers, Prad und Stilfs lag der Anteil ausländischer Bezieher sowie der an sie ausbezahlten Beiträge im Jahr 2015 noch bei rund 25 Prozent. Bis 2025 stieg der Anteil der ausländischen Bevölkerung dort von 4,8 Prozent auf 8,3 Prozent.
Damit geht laut den vorliegenden Zahlen ein wachsender Bevölkerungsanteil von Ausländern mit einem deutlichen Anstieg bei den Sozialleistungen einher, die an Nicht-Italiener ausbezahlt werden. Zu beachten ist dabei, dass die Kategorie „Italiener“ in der Statistik sowohl deutsch- und ladinischsprachige Südtiroler als auch Personen aus anderen italienischen Regionen sowie eingebürgerte Ausländer umfasst. Eine genauere Aufschlüsselung liegt nicht vor.
Kritik an Politik und wachsender Unmut
Die Süd-Tiroler Freiheit sieht in diesen Zahlen ein klares Missverhältnis. „Was die Menschen seit Jahren spüren, wird jetzt endgültig bestätigt. Wer hier lebt, arbeitet und einzahlt, fühlt sich zunehmend wie ein Bürger zweiter Klasse“, erklärt BezirksÂsprecher Benjamin Pixner.
Auch Karin Meister, Bezirksrätin im Vinschgau und Frauensprecherin der Bewegung, kritisiert die aktuelle Praxis: „Es kann nicht sein, dass jene, die das System finanzieren, immer öfter leer ausgehen, während andere überproportional davon profitieren.“ Besonders Familien und Alleinerziehende würden häufig durchs Raster fallen, während in anderen Fällen Eigenerklärungen ausreichen würden, um Leistungen zu beziehen.
Die Bewegung wirft der Landesregierung vor, die Entwicklung seit Jahren zu ignorieren oder zu verharmlosen. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und knappen Wohnraums wachse das Gefühl der Benachteiligung in der Bevölkerung zunehmend.
Für die Süd-Tiroler Freiheit steht fest, dass finanzielle Sozialhilfe in erster Linie jenen zugutekommen müsse, die das Land aufgebaut haben und finanzieren. Gefordert wird eine sofortige Kursänderung bei der Vergabe von Sozialleistungen sowie eine stärkere Berücksichtigung bedürftiger Einheimischer, um Abwanderung und Existenzängsten entgegenzuwirken.






