Warnung des Alpenvereins vor tückischen Altschneefeldern

Besonders in den Morgenstunden seien die Altschneefelder und die vereisten Stellen gefährlich glatt und pickelhart. „Ein Ausrutscher kann selbst bei geringer Steilheit schwerwiegende Folgen haben“, betonte Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport im Alpenverein, in einer Aussendung am Freitag.
Eine möglichst sichere Querung sei nur dann denkbar, wenn die obersten zehn Zentimeter des Schnees bereits aufgeweicht sind. Ohne geeignete Bergschuhe sollte ein Schneefeld jedoch keinesfalls betreten werden. Der Experte empfahl feste Bergschuhe mit einer guten Profilsohle, mit denen man „im Sichelschlag“ Trittkerben in den Schnee schlagen kann und an die sich bei Bedarf auch Snow Spikes, eine Art „Schneeketten“ für Wanderschuhe, gut anbringen lassen.
Im Tagesverlauf würden Schneefelder durch Temperatur und Sonneneinstrahlung zwar aufweichen, dadurch aber an Tragfähigkeit verlieren und durchbrechen können. Besonders an Übergängen zu Felsen oder in mit Schmelzwasser unterspülten Bereichen sei daher Vorsicht geboten.
Defensive Herangehensweise und gute Planung
Abseits einer adäquaten Ausrüstung riet der Alpenverein vor allem zu einer guten Tourenplanung – der „Schlüssel zum Erfolg“ – und einer defensiven Herangehensweise. Es gelte, Altschneefelder realistisch einzuschätzen und bei „kritischen Schneeverhältnissen oder unsicherem Gefühl besser umzukehren.“
Essenziell seien insbesondere zum Saisonbeginn kürzere, technisch einfache und talnahe Touren. Eine gründliche Tourenplanung sei deshalb so wichtig, weil Schneeverhältnisse je nach Höhenlage und Exposition stark variieren können. Es wurde empfohlen, Webcams und Tourenportale wie alpenvereinaktiv.com im Auge zu behalten. Auch wurde auf „Sicher Bergwandern“ verwiesen, die Videoserie des Alpenvereins.
Die richtige Technik beim Begehen von Schneefeldern spiele indes dann eine wichtige Rolle, wenn die Wanderung fortgesetzt werden müsse und keine Umgehung möglich sei. Eine aufrechte Haltung und ein zentraler Körperschwerpunkt könnten die Trittsicherheit erhöhen – außerdem sei angeraten, die Schneefelder leicht ansteigend (und nicht horizontal) zu queren und den Wegverlauf entsprechend anzupassen. Wanderstöcke können zwar das Gleichgewicht unterstützen, würden ein Ausrutschen jedoch nicht zuverlässig verhindern, hieß es.
apa






