von ih 24.04.2026 07:21 Uhr

Blumengruß für Kaiserin Zita

Der diesjährige Kulturausflug des Südtiroler Heimatbundes (SHB) führte die Teilnehmer auf eine eindrucksvolle Reise in die Sprach- und Kulturgeschichte der zimbrischen Gemeinden auf der Hochfläche von Asiago, auch bekannt als Slege. Im Mittelpunkt stand dabei eine Vergangenheit, die erst vor wenigen Jahren endgültig zu Ende ging: Mit dem Tod des letzten Muttersprachlers im Jahr 2016 ist die zimbrische beziehungsweise „tautsche“ Sprache ausgestorben.

Foto: Südtiroler Heimatbund

Unter der Leitung von Reiseleiter Thomas Winnischhofer begab sich die Gruppe per Bus in die sieben traditionsreichen Gemeinden. Für Überraschung sorgten dabei die bis heute erhaltenen einsprachigen deutschen Straßennamen – ein sichtbares Zeugnis der historischen Wurzeln dieser Region.

Ein zentraler Programmpunkt war der Besuch des Museums für zimbrische Kultur und Tradition in Roana (Robaan). Dort empfing der ehrenamtliche Mitarbeiter Flavio die Gruppe und vermittelte anschaulich die Geschichte der deutschen Siedler. Besonders eindrucksvoll: Die sieben Gemeinden bildeten zwischen 1310 und 1807 eine weitgehend eigenständige deutsche Bauernrepublik.

 

Nach einem ausgiebigen Mittagessen führte die Exkursion weiter zum Wassermuseum Kaberlaba in Asiago. Die Teilnehmer erfuhren dort mehr über die besonderen geologischen Bedingungen der Hochebene: Trotz hoher Niederschläge versickert das Wasser aufgrund des Karstgesteins rasch im Untergrund. Ziel des Museums ist es, Wissen über Wasser aus wissenschaftlicher, historischer und gesellschaftlicher Perspektive zu vermitteln und ein Bewusstsein für Wasser als unverzichtbare Ressource und Gemeingut zu schaffen.

Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich der Besuch der Zitakapelle auf dem Vezzenapass in 1.515 Metern Höhe. Die Kapelle wurde während des Ersten Weltkriegs von Soldaten eines steirischen Bataillons errichtet, unweit eines kleinen Soldatenfriedhofs. Benannt ist sie nach Kaiserin Zita von Bourbon-Parma, der Ehefrau von Kaiser Karl I., der 1916 nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph den Thron bestieg.

Mit einem Blumengruß gedachten die Teilnehmer sowohl der letzten österreichischen Kaiserin als auch der Gefallenen des Ersten Weltkriegs und würdigten deren Einsatz zur Verteidigung Tirols.

Mit zahlreichen neuen Eindrücken und vertieftem Wissen über die Geschichte der sieben Gemeinden trat die Reisegruppe schließlich die Heimfahrt nach Bozen an.

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