von ih 23.04.2026 18:55 Uhr

UNO: Iran-Krieg treibt über 30 Millionen Menschen in Armut

Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen weltweit über 30 Millionen Menschen in die Armut treiben. Grund dafür seien vor allem Engpässe bei Kraftstoff und Düngemitteln, sagte der Chef des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP), Alexander De Croo, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Blockade von Frachtschiffen in der Straße von Hormuz im Zuge des Kriegs habe die landwirtschaftliche Produktivität bereits verringert.

APA/AFP

Dies dürfte laut dem ehemaligen, belgischen Ministerpräsidenten De Croo die Ernteerträge belasten. „Die Ernährungsunsicherheit wird in einigen Monaten ihren Höhepunkt erreichen – und man kann nicht viel dagegen tun“, sagte er.

Selbst bei einem sofortigen Ende der Kämpfe seien die Auswirkungen spürbar und würden die Menschen in die Armut zurückdrängen.

Entwicklungen bei Treibstoffen und Düngemitteln beeinträchtigen Landwirtschaft

Ein Großteil der weltweit eingesetzten Düngemittel wird im Nahen Osten produziert. Ein Drittel des globalen Angebots wird durch die Straße von Hormuz verschifft, über deren Kontrolle der Iran und die USA streiten. Bereits Anfang des Monats hatten die Weltbank, der Internationale Währungsfonds (IWF) und das Welternährungsprogramm (WFP) der UNO davor gewarnt, dass der Krieg die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben werde. Die Krise habe zudem etwa 0,5 bis 0,8 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung vernichtet, sagte De Croo.

Humanitäre Hilfen müssten wegen dieser Entwicklung eingeschränkt werden, dabei nehme zeitgleich im Sudan, im Gazastreifen und in der Ukraine die Not zu. „Wir werden bestimmten Menschen sagen müssen, dass es uns wirklich leid tut, wir ihnen jedoch nicht helfen können“, erklärte der UNDP-Chef.

apa

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