„Frieden fällt nicht vom Himmel“: KVW-Appell in Bozen

Unter dem Jahresthema „Suche Frieden und jage ihm nach“ hatte der KVW den Vizepräsidenten der internationalen Laienbewegung Sant’Egidio eingeladen.
Zucconi, der unter anderem am Friedensprozess im mosambikanischen Bürgerkrieg beteiligt war, machte deutlich: „Frieden fällt nicht vom Himmel. Er erfordert Zeit, Geduld, Dialog und die Bereitschaft zum Kompromiss.“ Gerade Letzterer werde heute häufig unterschätzt – dabei sei er unverzichtbar für die Lösung von Konflikten.
Angesichts weltweit anhaltender Spannungen zeigte sich Zucconi besorgt. Derzeit gebe es mehr als 50 Konflikte, an denen über 90 Länder beteiligt seien. Kriege würden zunehmend als legitimes Mittel betrachtet und träfen vor allem die Schwächsten der Gesellschaft.
Eine Schlüsselrolle komme deshalb der Zivilgesellschaft zu. Jeder Einzelne sei gefordert, sich für demokratische Werte einzusetzen und einer wachsenden Kultur der Konfrontation entgegenzuwirken. Frieden beginne im Alltag – in Familien, Nachbarschaften und Gemeinden.
Zucconi betonte zudem die Bedeutung von Vermittlern ohne Eigeninteressen sowie die Kraft von Religion und sozialem Engagement. Seine Botschaft: Frieden sei eine gemeinsame Aufgabe. „Wenn jeder etwas tut, kann man viel erreichen.“






