von lif 23.04.2026 07:51 Uhr

105 Jahre Bozner Blutsonntag: Gedenken an Franz Innerhofer

Am 24. April 1921 wurde der Marlinger Lehrer und Schulleiter Franz Innerhofer in Bozen von Faschisten erschossen. 105 Jahre später erinnert der Andreas-Hofer-Bund Tirol (AHBT) an das Ereignis, das als „Bozner Blutsonntag“ in die Geschichte eingegangen ist.

Franz Innerhofer (Quelle AR/AHBT)

Anlässlich der Eröffnung der ersten Bozner Messe nach dem Ersten Weltkrieg fand damals ein genehmigter Trachtenumzug durch die Altstadt statt. Faschistische Gruppierungen sahen darin eine Provokation: Rund 400 Anhänger, viele davon eigens aus norditalienischen Städten angereist, organisierten eine Gegendemonstration. Die Situation eskalierte rasch. Teilnehmer und Zuschauer wurden mit Knüppeln attackiert, es fielen Schüsse, sogar Handgranaten wurden eingesetzt. Etwa 50 Menschen erlitten schwere Verletzungen, so der AHBT in einer Aussendung.

Franz Innerhofer wurde tödlich durch einen Schuss durch die Lunge, in der Nähe der Herz-Jesu-Kirche, getroffen, als er versuchte, Kinder vor den Angreifern zu schützen. Das Militär griff erst nach den Gewalttaten ein und sicherte dabei nicht die Opfer, sondern die Angreifer ab. Für den Mord an Innerhofer wurde letztlich niemand zur Verantwortung gezogen. Verhaftungen wurden wieder aufgehoben, nachdem Benito Mussolini mit Konsequenzen gedroht hatte.

Der AHBT legte einen Kranz am Denkmal Innerhofers am Tummelplatz nieder und ließ eine Gedenkmesse für die Opfer des Italo-Faschismus abhalten. Obmann Alois Wechselberger betonte die bleibende Bedeutung des Gedenkens: „Der Andreas-Hofer-Bund ruft dazu auf, das Andenken an Franz Innerhofer zu bewahren und gleichzeitig die Bedeutung von kultureller Identität, Sprache und Minderheitenschutz für kommende Generationen im Blick zu behalten.“

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