von lif 21.04.2026 17:12 Uhr

Bündnis Kaltern fordert Vorkaufsrecht für Kloster

Das Bündnis Kaltern reagiert mit Nachdruck auf die jüngsten Entwicklungen rund um das Kloster der Tertiarschwestern in Kaltern. Am 19. April 2026 wurde bekannt, dass die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft die Liegenschaft übernehmen möchte, um dort ein „Haus der Solidarität“ nach dem Vorbild in Brixen einzurichten.

Kaltern Kalterer See (Bild: UT24/su)

Die beiden Gemeinderäte Dietmar Zwerger und Walter Bernard sehen darin eine verpasste Chance für die einheimische Bevölkerung: „Kaltern leidet seit Jahren unter akutem Wohnraummangel. Leistbare Wohnungen für junge Familien und die einheimische Bevölkerung sind kaum noch verfügbar. Wenn nun eine geeignete Immobilie wie das Kloster der Tertiarschwestern zur Verfügung steht, muss das Land handeln und zwar entschlossen.“

Das Land Südtirol besitzt bei denkmalgeschützten Gebäuden ein gesetzlich verankertes Vorkaufsrecht. Diese Vorkaufsfrist läuft in drei Monaten ab. Für das Bündnis Kaltern ist klar: Diese Zeit muss genutzt werden. „Das Vorkaufsrecht ist kein bürokratisches Detail, es ist ein mächtiges politisches Werkzeug. Wer es nicht anwendet, obwohl alle Voraussetzungen erfüllt sind, handelt fahrlässig gegenüber der eigenen Bevölkerung“, betonten Zwerger und Bernard.

Unterstützung für Landtagsantrag

Die beiden Gemeinderäte unterstützen ausdrücklich den Antrag, den Jürgen Wirth Anderlan im Südtiroler Landtag eingebracht hat. Dieser fordert die Landesregierung auf drei Ebenen zum Handeln auf: Erstens solle das Land bei Immobilien von öffentlichem Interesse grundsätzlich konsequent von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Zweitens solle die Landesregierung ihr eigenes Regierungsprogramm umsetzen, das die Schaffung von leistbarem Wohnraum für Einheimische als Kernziel definiert. Drittens wird speziell beim Kloster der Tertiarschwestern in Kaltern gefordert, das Vorkaufsrecht zu aktivieren und die entstehenden Wohnungen bedürftigen Einheimischen zur Verfügung zu stellen. „Wir stehen vollständig hinter diesem Antrag, denn er stellt klar, dass die Wohnungsnot der einheimischen Bevölkerung politische Priorität haben muss“, so die beiden Gemeinderäte.

Thema auch im Gemeinderat

Zwerger und Bernard kündigten an, das Thema auch auf Gemeindeebene voranzutreiben und konkrete Schritte einzufordern, damit die Gemeinde ihre Interessen gegenüber dem Land klar kommuniziert. „Kaltern darf bei dieser Entscheidung nicht passiver Zuschauer sein. Wir werden im Gemeinderat darauf drängen, dass die Gemeinde offiziell das Land auffordert, das Vorkaufsrecht auszuüben.“

Das Bündnis Kaltern erinnert an die schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt. Hohe Mietpreise, fehlende Eigentumswohnungen für Jungfamilien und die drohende Abwanderung junger Menschen, der sogenannte Brain Drain, stellen die Gesellschaft vor strukturelle Herausforderungen. „Der Fall Kaltern ist exemplarisch. Hier ist eine konkrete Chance vorhanden und der politische Wille muss jetzt bewiesen werden. Wir erwarten vom Land, dass es nicht nur Reformpapiere beschließt, sondern auch handelt, wenn sich die Gelegenheit bietet“, schlossen Zwerger und Bernard.

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