Babykost-Skandal: Polizei sucht weiteres Gift-Glas

Wie die Polizei in Bayern am Montag bestätigte, wird wegen des Verdachts der versuchten Erpressung gegen den Babynahrungshersteller Hipp ermittelt. Auslöser war ein E-Mail der mutmaßlichen Täter, das seit vergangenem Donnerstag bekannt ist.
Seither wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser sichergestellt – alle noch vor dem Verzehr. Laboruntersuchungen ergaben, dass die Produkte mit Rattengift versetzt waren. Mindestens ein weiteres Glas könnte sich laut Behörden noch im Umlauf befinden.
Auch in Österreich laufen intensive Ermittlungen: Das Landeskriminalamt Burgenland beschäftigt sich seit dem 16. April mit dem Fall, nachdem in einem Spar-Markt in Eisenstadt ein vergiftetes Glas entdeckt worden war.
Großfahndung und internationale Ermittlungen
Die deutsche Polizei hat eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Kriminalpolizei Ingolstadt führt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Untersuchungen und steht in engem Austausch mit Behörden in mehreren Ländern sowie mit dem Unternehmen Hipp.
Der Hersteller bestätigte, Opfer einer Erpressung geworden zu sein. Nach Bekanntwerden der Drohung wurde ein interner Krisenstab eingerichtet und Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher gesetzt. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass kein Zusammenhang mit der Produktqualität bestehe.
In Österreich konzentrieren sich die Ermittlungen aktuell auf ein weiteres Glas, das ebenfalls in einem Spar-Markt in Eisenstadt gekauft worden sein soll. Die Suche wurde bereits auf umliegende Gemeinden ausgeweitet, zudem wurden Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten informiert. Auch ungarische Behörden wurden eingeschaltet.
Behörden warnen eindringlich
Die Polizei ruft weiterhin zur Vorsicht auf: Verdächtige Gläser sollen unter anderem an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Boden erkennbar sein. Zudem könnten beschädigte Deckel oder ein fehlendes „Knack-Geräusch“ beim Öffnen Hinweise liefern.
Gesundheitsministerin Korinna Schumann appellierte an Eltern, besonders wachsam zu sein und betroffene Produkte keinesfalls zu verwenden. Im Zweifel solle sofort Hilfe in Anspruch genommen werden.
Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen
Mehrere Handelsketten reagierten bereits: Neben Spar Österreich nahm auch die Rewe-Gruppe das betroffene Produkt vorsorglich aus den Regalen – ebenso wie die Drogeriemarktkette dm. Laut Angaben wurden diese Maßnahmen rein präventiv gesetzt.
Im Fokus steht konkret das Produkt „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm). Konsumenten wird geraten, die Produkte genau zu überprüfen und bei Auffälligkeiten umgehend die Polizei zu verständigen.
Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren – mit dem Ziel, das noch fehlende Glas zu finden und die Hintergründe der Tat vollständig aufzuklären.






