von ih 20.04.2026 14:44 Uhr

Weiterhin Warnung wegen vergifteter Babynahrung

Nach dem Rückruf von Hipp-Babynahrung mit einem möglicherweise noch nicht gefundenen zweiten Glas mit Rattengift aus einem Spar-Markt in Eisenstadt hat Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) am Montag weiterhin zu Vorsicht aufgerufen. „Es ist zutiefst bestürzend, dass jemand offenbar bereit ist, aus kriminellen Motiven die Gesundheit von Babys zu gefährden“, betonte sie außerdem. Das toxikologische Gutachten zum ersten sichergestellten Glas ist indes noch ausständig.

APA/THEMENBILD

„Ich bitte alle Eltern in Österreich: Seien Sie jetzt besonders wachsam, verwenden Sie das betroffene Produkt nicht und zögern Sie im Zweifel keine Sekunde, Hilfe zu holen – etwa bei der Notrufnummer 144 und der Vergiftungsinformationszentrale unter 01-4064343. Die Gesundheit Ihrer Kinder steht an erster Stelle“, riet Schumann in dem der APA übermittelten Statement.

„Die zuständigen Behörden arbeiten eng zusammen, vom Gesundheitsministerium über die AGES bis hin zur Polizei, um die notwendige Information der Öffentlichkeit sicherzustellen. Mir ist besonders wichtig: Bitte lassen Sie jetzt äußerste Vorsicht walten, solange noch nicht alle Umstände vollständig geklärt sind.“

Suche nach zweitem Glas mit Gift

Die Ermittlungen der burgenländischen Behörden konzentrierten sich am Montag weiterhin intensiv auf die Suche nach dem zweiten Glas, das ebenfalls wie das bereits sichergestellte Hipp-Produkt vom Spar in Eisenstadt stammen soll. Wie Polizeisprecher Helmut Marban gegenüber der APA erläuterte, wurden bereits am Sonntag umliegende Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen deswegen kontaktiert, am Montag dann zusätzlich auch Kindergärten und -gruppen.

Die Suche wurde auf umliegende Gemeinden ausgeweitet, um dort Eltern von Kleinkindern über die potenzielle Gefahr zu informieren und das zweite Glas aus dem Verkehr zu ziehen. Zudem wurden am Sonntag die ungarischen Behörden über den Sachverhalt informiert, da das Glas eventuell auch von im dortigen Grenzgebiet ansässigen Personen erworben hätte werden können. Von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung aufgenommen hat, hieß es am Montagvormittag von Behördensprecherin Petra Bauer, dass sie vorerst noch keine Angaben zum toxikologischen Gutachten zum Inhalt des ersten sichergestellten Glases machen könne.

dm nimmt Produkt aus Regalen

Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ 190 Gramm gegeben. „Auch wenn es keine Empfehlungen oder Anweisungen der Behörden gibt, nehmen wir das betroffene Produkt vorsorglich aus dem Verkauf“, teilte die Drogeriemarkt-Kette dm-Österreich am Montag der APA mit.

„Außerdem werden sämtliche Produkte Hipp-Glaskost in allen dm-Märkten und in den Verteilzentren auf Beschädigungen des Deckels oder auf Kennzeichnungen überprüft.“ Für verunsicherte Konsumentinnen und Konsumenten gelte die Rücknahme-Garantie für bei dm gekaufte Produkte.

Die Rewe-Gruppe beruhigte indes ihre Kunden. Die Firma Hipp hat uns offiziell informiert, dass die Hipp-Babykostgläschen in unseren Märkten von Billa, Billa Plus, Bipa und Adeg nicht betroffen sind, hieß es auf Anfrage.

Keine konkreten Ermittlungen in Oberösterreich

Deutsche Medienberichte, wonach neben dem Burgenland auch in Oberösterreich nach vergifteten Hipp-Gläschen gesucht wird, wurden indes gegenüber der APA dementiert. Das Landeskriminalamt sei „involviert und in Kenntnis“ sowie „in Abstimmung mit anderen Bundesländern“, sagte Jasim Reiter, Leiterin des Büros Öffentlichkeitsarbeit der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Es gebe jedoch keine konkreten Ermittlungen im Bundesland. Bisher sei in Oberösterreich kein Fall eines vergifteten Gläschens aufgetreten.

Im deutschen Bundesland Bayern, wo Hipp einen Unternehmenssitz hat, laufen Ermittlungen der dortigen Behörden. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord will im Lauf des Tages weitere Details in einem schriftlichen Statement bekanntgeben, hieß es am Montagvormittag auf APA-Nachfrage.

apa

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