von mmh 15.04.2026 09:21 Uhr

Wirbel um Boznerplatz in Innsbruck- „Tirol-Bewusstsein wird verfälscht“

Mit deutlichen Worten reagiert die Tiroler FPÖ-Landtagsabgeordnete und Südtirolsprecherin Gudrun Kofler auf die Vorbereitungen zur Einweihung des neu gestalteten Bozner Platzes in Innsbruck. Aus ihrer Sicht fehle es an einem klaren Bekenntnis zur Tiroler Identität – stattdessen ortet sie „peinliche Anbiederung“ und mangelndes Geschichtsbewusstsein.

Der Bozner Platz mit dem Rudolfsbrunnen (Richtung Westen, 2018) (Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7e/Bozner_Platz_mit_Rudolfsbrunnen_%28BT0A2877%29.jpg)

Kritik an Motto und Bezeichnung

Bereits das gewählte Motto „Bella Primavera“ sei laut Kofler ein politisch und kulturell verfehltes Signal. Besonders kritisch sieht sie jedoch die Bezeichnung des Platzes als „Piazza di Bolzano“. So sei in einer Einladung an den Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati sowie auf der italienischsprachigen Website der Stadt von „Piazza di Bolzano“ beziehungsweise „Piazza di Bolzano ridisegnata“ die Rede.

„Wenn man in Innsbruck den Bozner Platz plötzlich als ,Piazza di Bolzano‘ führt, dann ist das nicht nur tollpatschig, sondern Ausdruck völliger Gedankenlosigkeit. Diesen Platz gibt es nicht. Innsbruck liegt im freien Teil Tirols, hier müssen Straßen und Plätze nicht zweinamig geführt werden“, erklärt Kofler.

Die in Südtirol bestehende Zweinamigkeit sei eine Folge der Italianisierungspolitik des italienischen Staates und dürfe kein Vorbild für Tirol sein. „Der Name ,Piazza di Bolzano‘ hat auf der italienischen Website der Stadt Innsbruck und in offiziellen Bezeichnungen nichts verloren. Der Platz heißt Bozner Platz und nur so.“

  • (Foto: LAbg. Gudrun Kofler, FPÖ;)

„Oberflächliche Symbolpolitik“

Der Bozner Platz sei ein sichtbares Symbol der historischen, kulturellen und geistigen Zusammengehörigkeit Tirols. Umso unverständlicher sei es für Kofler, wenn ausgerechnet dort italienisierte Begriffe und „beliebige Inszenierungen“ in den Vordergrund rückten.

Kritik übt sie auch an der Auswahl der geladenen Gäste. Zwar sei die Stadtkapelle aus Bozen eingeladen worden, die Schützenkompanie Bozen jedoch nicht. „Wer Südtirol und die Stadt Bozen ernsthaft einbinden will, sollte wissen, welche Vereinigungen dort für gelebte Tiroler Identität stehen. Sonst bleibt von dieser Eröffnung am Ende nur oberflächliche Symbolpolitik.“

Abschließend betont Kofler: „Tirol-Bewusstsein zeigt sich nicht in Schlagworten und Frühlingsfolklore, sondern im selbstverständlichen Bekenntnis zur eigenen Geschichte. Wer den Bozner Platz sprachlich verfälscht, macht sich zum Mitträger einer völlig verfehlten Symbolpolitik. Der Platz ist schließlich nach einem Tiroler Ort benannt und nicht nach einer Stadt in der Toskana.“

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