von lif 13.04.2026 11:37 Uhr

Gefälschte Sprachzertifikate im Sanitätsbetrieb: Konsequenzen gefordert

Die Bozner Finanzpolizei hat ermittelt, dass ein ehemaliger Wachmann gefälschte Zertifikate eines deutschen Sprachinstituts erstellt und für jeweils 4.000 Euro verkauft haben soll. 

Krankenhaus Bozen (Quelle: Südtiroler Sanitätsbetrieb)

Wie die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung berichtet, nutzten Angestellte des Südtiroler Sanitätsbetriebs in mindestens 22 Fällen diese Dokumente, um sich einen Zweisprachigkeitsnachweis, und damit eine entsprechende Zulage, zu erschleichen. Die Finanzpolizei geht davon aus, dass es sich dabei nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

Auffällig sei auch, dass mehr als die Hälfte der im Sanitätsbetrieb eingereichten Sprachnachweise nicht aus offiziellen Prüfungen im Land stammen, sondern aus externen, oft ausländischen,  Instituten.

Der Landtagsabgeordnete Hannes Rabensteiner sieht sich durch den Fall bestätigt. Er hatte bereits im Jänner einen Antrag im Landtag eingebracht, der die Einrichtung eines unabhängigen Sprachbeauftragten forderte, einer Stelle, die Beschwerden über Verstöße gegen die Zweisprachigkeitspflicht prüfen und verfolgen sollte.

Der Antrag wurde jedoch von fast allen Parteien abgelehnt. „Wer sich mit gefälschten Zertifikaten die Zweisprachigkeitszulage erschleicht, greift direkt in die öffentliche Kasse“, so Rabensteiner. Er betont, dass es sich nicht um Einzelfälle handle, sondern um systematischen Betrug zulasten der Steuerzahler.

Forderungen

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert nun eine umfassende Überprüfung aller bisher anerkannten Sprachzertifikate sowie strengere Regeln bei der Anerkennung externer Nachweise. Laut Rabensteiner gebe es ähnliche Probleme auch bei der Post und anderen öffentlichen Diensten.

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