Sabotage nahe Österreich? Mysteriöser Angriff auf wichtige Ölpipeline

Der Vorfall ereignete sich Medienberichten zufolge Ende März in einem schwer zugänglichen Gebiet in der Gemeinde Tolmezzo in der Provinz Udine, unweit der Grenze zu Kärnten. Betroffen war ein Hochspannungsmast, der das Ölpipeline-Netzwerk mit Energie versorgt. Dieser knickte zur Seite, nachdem seine Basis offenbar gezielt beschädigt worden war.
Videoaufnahmen erhärten Sabotage-Verdacht
Zunächst war von einem möglichen Erdrutsch als Ursache die Rede. Doch Videoaufnahmen der italienischen Nachrichtensendung Tg1 zeigen laut Ermittlern ein anderes Bild: Demnach wurde die Basis des Strommastes mit einer Brennschneidflamme durchtrennt.
Die Vorgehensweise deutet darauf hin, dass kein sofortiger Einsturz beabsichtigt war. Vielmehr sollte offenbar ein langsamer Kollaps herbeigeführt werden, um die Stromversorgung der Pumpstationen zu unterbrechen und damit das gesamte Pipeline-System zu beeinträchtigen.
Un traliccio dell’alta tensione semi divelto, un atto doloso compiuto da mani esperte. Per l’intelligence è un sabotaggio quello avvenuto in #Carnia. pic.twitter.com/E8flvCKj33
— Tg1 (@Tg1Rai) April 11, 2026
Wichtige Versorgungsader für Mitteleuropa
Die Transalpine Ölpipeline ist rund 753 Kilometer lang und seit 1967 in Betrieb. Sie transportiert Rohöl vom Hafen in Triest über Österreich bis nach Deutschland und in die Tschechische Republik. In Österreich tritt die Leitung bei Kötschach-Mauthen ins Land ein und verläuft weiter Richtung Norden bis zur Grenze bei Kufstein.
Versorgt werden unter anderem Raffinerien der OMV, darunter Standorte in Burghausen und Schwechat.
Die Betreibergesellschaft der Pipeline wies den Sabotageverdacht in einer Aussendung zurück und sprach von einer „normalen technischen Störung“. Demnach sei es im März zu einem Rückgang der Förderleistung gekommen, nachdem der Stromnetzbetreiber Terna eine Pumpstation in Paluzza vorübergehend abschalten ließ, um Reparaturen durchzuführen.
Ermittlungen laufen – politische Reaktionen
Die Staatsanwaltschaft Triest sieht die Situation jedoch anders und ermittelt wegen Sabotage. Die Untersuchungen werden von Ordnungshütern und Polizei geführt, unterstützt von deutschen Geheimdiensten. Es wird vermutet, dass hinter dem Vorfall keine gewöhnlichen Täter stehen, sondern professionelle Saboteure mit möglichem Geheimdienstbezug. Ein Bekennerschreiben liegt bislang nicht vor.
Auch politisch sorgt der Vorfall für Reaktionen. Der FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann kritisierte die Informationspolitik der Bundesregierung scharf und forderte eine umfassende Aufklärung durch Innenminister Gerhard Karner und Staatssekretär Jörg Leichtfried.
Darmann betonte, dass es sich bei der Pipeline um eine zentrale Versorgungsader für den Alpenraum handle. Ein erfolgreicher Sabotageakt könne die Versorgungssicherheit erheblich gefährden.






